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Elektromobilität im ÖPNV

Spätestens mit den drohenden Dieselfahrverboten spielen alternative Antriebe eine besondere Rolle als Maßnahme zur Reduzierung der Schadstoffbelastung in Ballungszentren. Die öffentlichen Verkehrsunternehmen leisten schon jetzt einen wesentlichen Beitrag zur Schadstoffentlastung in den Städten. Immer mehr ÖPNV-Unternehmen testen alternative Antriebstechnologien im Linienverkehr – in Berlin, Hamburg, Köln, Osnabrück, Wiesbaden, München oder Darmstadt arbeiten die Verkehrsunternehmen daran, zunächst komplette Linien und bis spätestens 2030 sogar die gesamte Flotte auf den Einsatz von Elektrobussen umzustellen – so sehen es auch die politischen Vorgaben vor.

97 ÖPNV-Elektrobusse sind aktuell bundesweit bei den kommunalen Verkehrsunternehmen im Einsatz, weitere 90 Elektrobusse sind bestellt. Zur Förderung der Beschaffung von E-Bussen liegen aktuell Förderbescheide für mehr als 630 Busse vor. Durch die Begrenzung der Fördermittel können jedoch lediglich etwa 60 E-Busse pro Jahr gefördert werden. Aktuell gibt es rund 40 Projekte zur Förderung von E-Bussen in Deutschland. Die Projekte werden größtenteils von den Kommunen, den Ländern, dem Bund, der EU und der UITP (Weltverband der Verkehrsunternehmen in Brüssel) mit dem ZeUS Projekt, an dem auch der VDV beteiligt ist, finanziell unterstützt.

Die kommunalen Verkehrsunternehmen sind jedoch dringend auf eine Förderung angewiesen, denn noch ist ein Elektrobus mit rund 700.000 Euro Anschaffungskosten fast doppelt so teuer wie ein moderner Dieselbus. Zusätzlich entstehen Kosten zum Aufbau der Ladeinfrastruktur, zum Netzanschluss und für einen Umbau der Depots- und Werkstätten sowie im Betrieb.

„Wenn eine lokale Zero-Emission-Politik gewünscht wird, muss akzeptiert werden, dass dies teurer ist als die aktuellen Angebote. Damit müssen die Zuschüsse erhöht oder die Mobilität teurer bepreist werden.“

Martin Schmitz · Geschäftsführer Technik

Die Hersteller sind gefordert
Das Angebot von E-Bussen auf dem Markt ist vor allem bei deutschen Herstellern überschaubar. So hat zum Beispiel Daimler erst auf der IAA im September 2018 mit dem Mercedes Benz eCitaro den ersten E-Bus vorgestellt. Der Bus soll ab 2019 ausgeliefert werden – unter anderem an die Hamburger Hochbahn und die Berliner Verkehrsbetriebe. Und MAN wird nach Probeläufen in einigen Verkehrsunternehmen voraussichtlich erst 2020 in Serie gehen. Das kleinere Unternehmen Sileo ist hier schon einen Schritt weiter. Erste Fahrzeuge sind bereits in einigen deutschen Städten im Einsatz. Der ­Bedarf ist also vorhanden.

Umrüstungen von Dieselbussen auf Elektroantrieb
Wenn das Angebot fehlt, sind Umrüstungen von Dieselbussen auf Elektroantrieb eine Alternative. Das Unternehmen „in-tech“ aus Garching bei München zum Beispiel hat mit „e-troFit“ hat eine Lösung entwickelt, um Dieselbusse auf Elektroantrieb umzurüsten. Nach Angaben des Unternehmens ist die Umrüstung im Vergleich zum Neukauf eines Elektrobusses um rund 50 Prozent günstiger. in-tech hat dafür eine individuelle Lösung entwickelt: Mit der Analyse des Liniennetzes werden die Anforderungen an Batteriereichweite, Motorleistung und Ladekonzept ermittelt. Darauf aufbauend, wird ein maßgeschneiderter Antriebsstrang ausgelegt, der nur so viel Batteriekapazität enthält wie notwendig. So lassen sich Kosten und Gewicht einsparen. Die Umrüstung des Busses findet in einem Partnerwerkstattnetz statt.

Rückblick: 10. VDV-Konferenz „Elektrobusse - Markt der Zukunft“ 2019

Zwei Tage lang tauschten sich in Berlin die Verkehrsbranche, Industrie und Politik zum Thema Elektromobilität bei ÖPNV-Bussen aus. Am Vorabend überreichte das Forum für Verkehr und Logistik sieben Preisträgern einen EBUS-Award als Anerkennung für Durchbrüche im Bereich der E-Mobilität. Mit über 600 Gästen, elf ausgestellten Elektrobussen und insgesamt etwa 60 Ausstellern ist diese Konferenz und Fachmesse die größte ihrer Art in Europa.

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