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Elektromobilität im ÖPNV

Internationale Verpflichtungen und nationale Rechtsprechung
Deutschland hat sich im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens dazu verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 auf ein Mindestmaß zu vermindern. Dazu wurden mittelfristige Klimaschutzziele formuliert, welche bis 2030 erreicht werden sollen. Der Verkehrssektor spielt dabei eine wesentliche Rolle. Zudem befördern gerichtlich verhängte Dieselfahrverbote in Ballungszentren – hier aufgrund der Stickoxidemissionen – die Suche nach Mobilitätsalternativen.

Ausbau des Busangebotes ist der Schlüssel
Im massiven Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) liegt der Schlüssel, um die Ziele zu erreichen. Zum einen müssen immer mehr Menschen dazu bewegt werden, den ÖPNV zu nutzen, zum anderen muss dieser gleichzeitig zuverlässig und emissionsfrei sein. Kurzfristig kann das nur durch Busse erreicht werden, da die Planungs- und Genehmigungsprozesse bei den Bahnen langwierig sind. Euro-6 Dieselmotoren leisten bereits jetzt einen wertvollen Beitrag.

E-Busse können Schadstoffausstoß vollständig vermeiden
Durch den Bündelungseffekt des Busverkehrs werden klima- und gesundheitsschädliche Emissionen bereits bei Dieselbussen erheblich gemindert: Busse ersetzen täglich rund 20 Millionen Autofahrten in Deutschland. Bis zum Jahr 2050 dürfen nur noch fossilfreie Energieträger genutzt werden – allerdings nutzen derzeit 90 Prozent des Verkehrs fossile Kraftstoffe. Zur Erfüllung dieses Ziels müssen wir bereits jetzt an der Entwicklung und Einführung alternativer Antriebstechnologien arbeiten. Durch den Einsatz u. a. von Elektrobussen, ergibt sich die Chance, den Schadstoff- und Treibhausgasausstoß deutlich zu reduzieren. Aktuell fahren in Deutschland insgesamt 315 Elektrobusse, 750 weitere sind bestellt (Stand: November 2019)

„Um unsere internationalen Verpflichtungen einzuhalten – die CO2 Emissionen zu reduzieren,– müssen die Kapazitäten bei Bus und Bahn ausgebaut werden. Das Busangebot lässt sich vergleichsweise schnell erweitern. Für die Umrüstung auf emissionsfreie Busse brauchen wir weiterhin – für einen Zwischenzeitraum – eine entschlossene Förderkulisse für die Umrüstung der Flotten bei den Verkehrsunternehmen vor Ort.“

Martin Schmitz · Geschäftsführer Technik

Anschaffungs- und Folgeaufwand – Förderkulisse notwendig
Insgesamt sind derzeit mehrere Hundert ÖPNV-Elektrobusse in Deutschland im Einsatz – mit stark steigender Tendenz. Viele zusätzliche Bestellungen werden in naher Zukunft dazu kommen. Dieses ist jedoch nur möglich, wenn weiterhin große Förderprogramme des Bundes zur Verfügung stehen, um die deutlich höheren Anschaffungs- und Betriebskosten der E-Busse wenigstens teilweise zu kompensieren: Diese können im Extremfall mehr als doppelt so teuer sein wie vergleichbare Dieselbusse. Zusätzlich entstehen Kosten zum Aufbau der Ladeinfrastruktur, zum Netzanschluss und für einen Umbau der Betriebshöfe und Werkstätten.

Auswirkungen auf Infrastruktur und Prozesse
Auch der Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur ist für viele Verkehrsunternehmen und Kommunen eine große Herausforderung. Zunächst muss hier die grundsätzliche Systemfrage geklärt werden: Wo und wie soll geladen werden? Dabei wird zwischen der Ladung auf dem Betriebshof, meist über Nacht, und der Aufladung unterwegs unterschieden. Die Entscheidung für ein System hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten ab und wirkt sich auf die betrieblichen Prozesse aus. Der Zugang zu einer Simulation für eine erste Abschätzung wird in Kürze im Mitgliederbereich eingestellt.

Hersteller sind gefordert
Das Angebot von E-Bussen auf dem Markt ist vor allem bei deutschen Herstellern überschaubar. Daimler hat mit der Auslieferung serienreifer E-Busse begonnen. MAN wird die Serien-Produktion nach ersten Probeläufen voraussichtlich erst 2020 aufnehmen. Unternehmen wie VdL und EBUSCO aus den Niederlanden, Van Hool mit H2-Brennstoffzellenbussen sowie Solaris aus Polen sind einen Schritt weiter: Ihre Fahrzeuge sind bereits in deutschen Städten im Einsatz. Der Bedarf an E-Bussen wird in den kommenden Jahren steigen, so dass die Produktionskapazität hochgefahren werden muss.

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11. VDV-Konferenz „Elektrobusse“ am 4./5. Februar 2020 in Berlin

Rückblick: 10. VDV-Konferenz „Elektrobusse - Markt der Zukunft“ 2019

Zwei Tage lang tauschten sich Fachleute und Entscheidungsträger aus Verkehr, Industrie und Politik zum Thema Elektromobilität bei ÖPNV-Bussen im Februar 2019 in Berlin aus. Am Vorabend überreichte das Forum für Verkehr und Logistik sieben Preisträgern einen EBUS-Award als Anerkennung ihrer innovativen Leistungen. Mit über 600 Gästen, elf ausgestellten Elektrobussen und insgesamt etwa 60 Ausstellern ist diese Konferenz und Fachmesse die größte ihrer Art in Europa.

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