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Strom als Antriebsenergie für Busse
Wo stehen wir und was bringt es wirklich?
Der Bereich „Mobilität“ steht derzeit vor einem grundlegenden Wandel. Bisher waren fossile Energieträger stets der Garant für unsere Mobilität. Doch seit mehr als 15 Jahren ist ein Wandel in diesem Bereich spürbar. Strom als Primärenergie zum Antrieb von Fahrzeugen gewinnt zunehmend an Bedeutung, auch im Bereich „Bus“! Angefangen mit der Hybridisierung von Stadtbussen, fahren heute bereits mehr als 4 800 Busse rein batterieelektrisch, Tendenz steigend! Politischer Wille ist es, dass bis 2030 bereits bis zu 50 Prozent der Stadtbusse in Deutschland elektrisch fahren sollen. Gleichfalls beginnen auch Individualverkehr und Logistik mit dem Wandel des Primärenergieträgers.
Der ÖPNV ist in Bezug auf Energieeffizienz je Fahrgast bereits heute dem Individualverkehr voraus. Zusätzlich punktet der ÖPNV noch mit der deutlich höheren täglichen Fahrleistung. Während für einen Pkw in Deutschland die tägliche Fahrleistung bei rund 37 km liegt, ist ein Stadtbus täglich zwischen 50 und mehr als 400 km unterwegs. Ein weiterer Faktor sind die gesetzlichen Vorgaben der EU. Hier sind die Clean Vehicles Directive und die CO2-Flottengrenzwertnormierung zu nennen. Bei Erstgenannter müssen ab dem 1. Januar 2026 32,5 Prozent (bis zum 31. Dezember 2025 22,5 Prozent) aller neu beschafften Stadtbusse und aller neu vergebenen Verkehrsleistungen mit Stadtbussen lokal emissionsfrei sein. Bei zweitgenanntem Gesetz müssen ab dem 1. Januar 2030 dann 90 Prozent und ab dem 1. Januar 2035 100 Prozent aller neu zugelassenen Stadtbusse emissionsfrei sein. Aller Voraussicht nach wird hierfür hauptsächlich elektrische Energie als Primärenergiequelle zum Einsatz kommen.
Aus Sicht des Klimaschutzes ist die Nutzung elektrischer Energie für den Antrieb eines Fahrzeuges jedoch scheinbar nur dann sinnvoll, wenn auch regenerativ erzeugter Strom für die Aufladung der Fahrzeugbatterien zum Einsatz kommt. Gerade deshalb ist ausschließliche die Verwendung von erneuerbarem Strom in der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ verankert. Doch ist nicht zwangsläufig jeder sich in Deutschland im Einsatz befindliche Elektrobus über dieses Förderprogramm beschafft und im Einsatz. Neben dem Verkehrssektor werden aber zukünftig auch weitere Sektoren (z. B. Industrie, Landwirtschaft, Wohnen oder die Energiewirtschaft selbst) einen deutlich erhöhten Bedarf an erneuerbaren Energien aufweisen als heute. Um in Deutschland bestmöglich auf die zukünftigen Erfordernisse einge-4 Strom als Antriebsenergie stellt zu sein, hob die Bundesregierung im Osterpaket des Jahres 2022 das Ausbauziel der erneuerbaren Energien bis 2030 auf mindestens 80 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs an. Damit soll der Übergang zur klimaneutralen Gesellschaft als Zwischenziel flankiert werden.
Doch wie sauber ist der deutsche Strommix wirklich?
Wie weit ist der Ausbaustand?
Wie viel CO 2-Ausstoß verursacht der Betrieb eines Elektrobusses tatsächlich?
Diese und weitere Fragen möchte das vorliegende Positionspapier beantworten.