Pressemitteilungen des VDV
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Vier österreichische Verbände unterzeichnen Gleisanschluss-Charta
Internationaler Schulterschluss mit DACH-Perspektive
„Schienengüterverkehr beginnt und endet nicht an nationalen Grenzen, sondern an den entsprechenden vorhandenen oder – unverändert viel zu häufig – nicht vorhanden Gleisanschlüssen. Österreich und Deutschland leiden an den Folgen einer verfehlten Verkehrspolitik, die die Schiene jahrzehntelang folgenschwer vernachlässigt hat. Umso wichtiger ist nun das Signal, das von unseren österreichischen Partnern – dem Fachverband der Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Verband der Anschlussbahnen (VABU), Verband der Privatgüterwagen-Interessenten Österreichs (VPI) sowie CombiNet mit ihrer Mitzeichnung ausgeht“, so VDV-Vizepräsident Joachim Berends. Günter Neumann, Obmann des Fachverbandes der Schienenbahnen: „Nur mit leistungsfähigen Anschlussbahnen und einer europaweit abgestimmten Verkehrspolitik lässt sich die notwendige Verlagerung von Gütern auf die Schiene realisieren. Im Jahr 2010 gab es noch rund 840 Anschlussbahnen in Österreich – heute sind es 494. Damit hat die Schienenlogistik in den vergangenen zwölf Jahren über 40 Prozent ihrer direkten Zugänge verloren. Wir brauchen faire Rahmenbedingungen im Wettbewerb Straße-Schiene und gezielte Investitionen, damit wir den Schienengüterverkehr als Grundpfeiler einer nachhaltigen Wirtschaft sichern können.“ Die Gleisanschluss-Charta zählt danach 66 mitzeichnende Verbände.Ein Gleisanschluss ist eine direkte Anbindung eines Unternehmens oder eines Logistikstandorts an das öffentliche Schienennetz, über die Güter per Bahn ein- und ausgelagert werden können. Er ermöglicht den Transport ohne Umwege über Umschlagterminals und ist damit ein zentraler Zugangspunkt für den Schienengüterverkehr. Das branchenübergreifende und in dieser Form einmalige Bündnis von Verbänden aus Industrie, Handel, Logistik, Erzeugern und Kommunen wächst stetig weiter. Mit IBS, UIRR und VAP Schweiz hatten bereits drei internationale Partner die Charta mitgezeichnet, die zunächst in Deutschland formuliert wurde. Weitere Akteure von Unternehmen aus der DACH-Region prüfen die Unterzeichnung der Gleisanschluss-Charta.
Kein Anschluss unter dieser NummerBranchen-Fachleute gehen davon aus, dass das tatsächliche Potenzial an Gleisanschlüssen in Deutschland weit über den offiziell erfassten 1 400 aktiv genutzten Anlagen liegt: Neben diesen werden rund 3 000 Anschlüsse vermutet, ergänzt durch schätzungsweise 2 000 teilweise rückgebaute oder derzeit ungenutzte Gleisanschlüsse. Da geschätzt nur 50 bis 70 Prozent der privaten Gleisanschlüsse überhaupt erfasst sind, bleibt die genaue Zahl im Dunkeln – ein Hinweis auf das große, bislang ungenutzte Potenzial für eine wirtschaftsnahe und resiliente Logistikinfrastruktur.
Charta formuliert nationale und internationale ForderungenDie Gleisanschluss-Charta des VDV formuliert zentrale Forderungen zur Stärkung des Schienengüterverkehrs in Deutschland und Europa, unter anderem die Verbesserung der Förderbedingungen für Neu- und Reaktivierungsprojekte, um mehr Unternehmen einen wirtschaftlichen Zugang zum Schienennetz zu ermöglichen, den Bürokratieabbau, insbesondere bei Planungs- und Genehmigungsverfahren, um Gleisanschlüsse schneller und effizienter umzusetzen sowie die strukturelle Verankerung kunden- und standortnaher Zugangsstellen als integraler Bestandteil der Verkehrs- und Raumplanung. Auch international setzt die Charta Impulse: So fordert sie, den grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr durch eine koordinierte Elektrifizierungsstrategie an den Übergängen zu allen Nachbarstaaten auszubauen. Zudem soll die Interoperabilität von Infrastruktur und Fahrzeugen im europäischen Raum gezielt verbessert werden, etwa durch die Harmonisierung technischer Standards. Schließlich spricht sich die Charta für eine stärkere Verzahnung nationaler Förderprogramme mit europäischen Schienenprojekten aus, um die Verlagerungspotenziale im internationalen Warentransport auszuschöpfen.
Weiterführende Informationen zu den Mitzeichnern:
Die Mitzeichnung der Gleisanschluss-Charta ist mit keinerlei Kosten verbunden, kann jederzeit zurückgezogen werden. Mitzeichner profitieren zudem von einer erhöhten öffentlichen Sichtbarkeit, da unter anderem Logos und Kurzporträts auf der Netzpräsenz des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen unter
vdv.de/gleisanschluss-charta-zeichner hinterlegt sind.