Sabrina Hartmann, Steffen Scholz, Sendi Brka, Sener Piskin und Andreas Block sind Lieblingsbusfahrer:innen 2025
Preisverleihung in Berlin: Respekt, Freundlichkeit und Verantwortung – Fahrgäste: „einfach mal Danke sagen“
Stellvertretend für die rund 100.000 Busfahrerinnen und Busfahrer, die täglich auf deutschen Straßen im Einsatz sind, wurden in diesem Jahr fünf Fahrerinnen und Fahrer aus dem gesamten Bundesgebiet als „LieblingsbusfahrerIn 2025“ ausgezeichnet. Der gemeinsam von Fahrgastverband PRO BAHN, DB Regio und Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) initiierte Wettbewerb macht damit zum dritten Mal auf die wichtige Arbeit der Menschen am Lenkrad aufmerksam. Fahrgäste konnten ihre Lieblingsperson online mit einer persönlichen Geschichte oder – für Grundschulkinder – einem gemalten Bild nominieren. Mit großer Resonanz: Mehr als 2.000 Einreichungen wurden gezählt – darunter viele emotionale und außergewöhnliche Bus-Geschichten, die auf lieblingsbusfahrerIn.de einsehbar sind. Neu seit diesem Jahr: Neben der bundesweiten Auszeichnung sind auch regionale oder unternehmensweite Prämierungen von Lieblingsbusfahrer:innen möglich.
Die Jury – besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik – vergab die Auszeichnungen erstmals in
drei Kategorien:
„Alltagsheld:in", präsentiert von MAN und Daimler Buses,
„Außergewöhnliche Leistung“, präsentiert von KRAVAG,
„Schülerverkehr“, präsentiert von DEVK (Nominierung mittels gemalten Bildern),
Bereits Anfang September wurden die TOP 30 Lieblingsbusfahrer und Lieblingsbusfahrerinnen bekannt gegeben, gestern nun auch die bundesweiten TOP 5. Die Siegerinnen und Sieger heißen:
- Sabrina Hartmann (PaderSprinter, Paderborn, NRW) – Heldin des Alltags
- Steffen Scholz (Chemnitzer Verkehrs-AG, Chemnitz, Sachsen) – Held des Alltags
- Sendi Brka (BVR Busverkehr Rheinland, Wesel, NRW) – Held des Alltags
- Sener Piskin (Berliner Verkehrsbetriebe, Berlin) – Außergewöhnliche Leistung
- Andreas Block (Klaus Klockenbrink KG Busse, Rödinghausen, NRW) – Schülerverkehr
Statements der Initiatoren
Jörg Bruchertseifer (Fahrgastverband PRO BAHN): „Für uns Fahrgäste sind Busse ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Verkehrs. Ohne Fahrerinnen und Fahrer würde der Bus uns nicht zum Ziel bringen, aber nicht nur deshalb ist das Fahrpersonal von großer Wichtigkeit. Sie sind für Fragen da, helfen, kümmern sich um Probleme und sorgen für Ordnung. Wir Fahrgäste brauchen sie und wollen zeigen, wie sehr wir ihre Arbeit schätzen.“
Werner Overkamp, VDV-Vizepräsident: „Im Namen der Branche: herzlichen Dank! Unsere Fahrpersonal-Helden sind das Herzstück des öffentlichen Nahverkehrs und sorgen jeden Tag, bei jedem Wetter und wenn es stressig wird, dafür, dass Millionen Menschen sicher ihr Ziel erreichen. Wir freuen uns, dass wir die ganze Breite der Branche sehen können: Vom privaten Omnibusgewerbe über DB Unternehmen bis hin zu den kommunalen Verkehrsbetrieben. Die Geschichten der Fahrgäste und die eingereichten Bilder der Schülerinnen und Schüler zeugen von großem Respekt für die Leistungen der Kolleginnen und Kollegen am Steuer. Sie halten unser Land mobil, ermöglichen soziale Teilhabe und sind so wichtig für die Wirtschaft. Das ist auch ein gutes Signal an diejenigen, die mit dem Beruf liebäugeln – nach dem Schulabschluss oder als Quereinsteigende mit oder ohne Migrationshintergrund. Die wenigsten wissen, dass sich die Bezahlung durchaus sehen lassen kann: Das Einstiegsgehalt liegt bei über 3.000 Euro, mit entsprechender Betriebszugehörigkeit und Stufensteigerung ist deutlich mehr möglich. Gleichzeitig sind derzeit zehntausende Stellen branchenweit nicht besetzt. Richtung Bund sage ich: Der Erwerb des Busführerscheins muss einfacher, günstiger werden.“
Marion Heber, Leiterin Personal Straße, DB Regio AG: „Die eingesandten Geschichten der Fahrgäste belegen sehr schön, wie wichtig unsere Busfahrer:innen für die Qualität der Busfahrt sind. Der Wettbewerb bringt ihnen den Respekt und die Wertschätzung entgegen, die sie verdienen. Ein herzliches Dankeschön an alle Busfahrerinnen und Busfahrer, die uns gut und sicher ans Ziel bringen.“
Auszüge der siegreichen Geschichten – vollständig auf lieblingsbusfahrerIn.de:
Für Sabrina Hartmann, Padersprinter (Heldin des Alltags): „(…)möchte hiermit die Busfahrerin Sabrina als die freundlichste Busfahrerin des Unternehmens Padersprinter in Paderborn für das Jahr 2025 vorschlagen, weil sie trotz des stressigen Alltags als Busfahrerin stets den Überblick behält und immer fahrgastfreundlich den Bus sicher zum Ziel bringt, weil sie immer ein freundliches Wort für die Fahrgäste hat und auch die Fahrgäste mit Informationen versorgt wie Umsteigen wo in welchem anderen Bus oder die passende Bushaltestelle parat hat wenn auswärtige Fußballfans danach fragen. Beispiel:
Im Sommer hat es hier bei uns mal geregnet (…) Als wir dort angekommen sind und zwei Mütter mit ihren Kinderwagen aussteigen möchten, aber wegen der vielen Schüler nicht können, sagt Sabrina ins Mikro: 'Liebe Schüler, es ist nur Regen da draußen und davon wird man nicht krank, wenn ihr mal kurz alle aussteigt um die Kinderwagen aussteigen zu lassen, kommt ihr doch sofort wieder in den Bus zurück, ich fahre auch nicht weg und warte bis ihr die Kinderwagen habt aussteigen lassen und ihr wieder zurück in den Bus seid. Dann habt ihr eine gute tat für heute vollbracht und alle sind glücklich darüber - auch ich.' Jeder im Bus musste schmunzeln und es hat funktioniert!
Vor drei Wochen war ich unterwegs in der Buslinie 3 zu meinem Ehrenamt, vor mir ist ein älterer Herr mit Rollator und der fragt: 'Entschuldigung, halten sie auch an der Heierstraße?' Und Sabrina sagt: 'Aber klar doch wenn Sie rechtzeitig auf dem roten Knopf drücken, werde ich sehr gern für Sie an der Bushaltestelle Heierstraße anhalten.' Alle die das mitbekommen haben müssen Grinsen und man steigt mit einem grinsen doch gerne in den Bus!
Am Montag den 4.11, morgens um 08.21 Uhr sind wir an der Bushaltestelle Wilhemsberg im Ortsteil Schloss Neuhaus und eine Gruppe Ukrainerinnen mit Gepäck und Kinder steigt in den Bus. Der Bus füllt sich und Sabrina bleibt stehen, hilft den Frauen das Gepäck sicher zu stauen im Bus und spricht die Halbstarken Jugendlichen an, ihr Machogehabe das eine Person zwei Sitze für sich und die Schultasche benötigt sofort abzustellen, damit sich die Frauen mit ihren Kindern auch hinsetzen können. Ohne zu murren können sich die Halbstarken doch zivilisiert hinsetzen und fast jeder hat dadurch einen Sitzplatz. (…) Sabrina fährt so sanft mit dem Bus, dass man das Gefühl hat über die Straße zu schweben(…) Ehrlich es sind beim Padersprinter zehn gute Busfahrer, denen ich das Kompliment 'Guter Fahrer' geben kann, ca. sechs Damen und vier Herren die ebenfalls dieses Prädikat verdienen und Sabrina stellvertretend auch für diese Kollegen steht.“
Für Steffen Scholz, Chemnitzer Verkehrs-AG (Held des Alltags): „Es gibt bei uns in Chemnitz einen Busfahrer, der sich seit Jahren an Heiligabend als Weihnachtsmann verkleidet und so durch die Stadt fährt. Anfangs hat er das nur als Versuch gestartet, aber die Fahrgäste warteten ab da an jedes Jahr an Heiligabend auf ihn. Irgendwann bekam auch die Firma das mit. Nun bekommt er tatsächlich einen eigenen Dienst gerechnet, in dem er an den Endstellen Geschichten erzählt, den Bus festlich schmückt, Kleinigkeiten an die Kinder verteilt oder einfach nur die Leute zum Lächeln bringt. Ich bin prinzipiell eine Kollegin von ihm, aber ich bewundere sehr, was er da Jahr für Jahr tut und würde ihm gern so mal irgendwie danken. Ich bin mit meinem Sohn schon regelmäßig mitgefahren an Heiligabend und es ist einfach das Gesamtbild, was so schön ist. Es gibt Bilder in den sozialen Medien, Zeitungsartikel und alle Menschen der Stadt, die ihm an diesem Tag begegnen lächeln. Genau darum geht es ihm. Mal den Alltag außen vor lassen und sich über die kleinen Sachen zu freuen.“
Sendi Brka, BVR Rheinland Wesel (Held des Alltags): „Ich fahre oft im Kreis Wesel und oft auch mit Herrn Brka. Immer freundlich, begrüßt und verabschiedet, fällt während der Fahrt seine Hilfsbereitschaft, Umsicht und Ruhe auf. Auch in Pausen ist er für Fahrgäste ansprechbar und kümmert sich. An dem Tag hat er einen Fahrgast – offensichtlich mit Behinderung – beim Zustieg auf die, an der Bushaltestelle, liegengelassene Tasche hingewiesen und gewartet, dass er diese holt und einsteigt. Dieser Fahrgast schien öfter mitzufahren und freute sich über diese Aufmerksamkeit. Immer eine Freude zu sehen, dass einer Spaß hat, an dem was er tut und Verantwortung übernimmt.“
Sener Piskin, BVG Berlin (Außergewöhnliche Leistung): „Nachdem ich abends in Berlin von einem Mann verfolgt wurde, bin ich in den Bus gestiegen und habe dem Busfahrer Bescheid gegeben. Der Mann wollte selbstverständlich auch einsteigen und machte deutlich, dass er, nur‘ wissen wolle, wo ich wohne. Daraufhin ist der Busfahrer aus seiner Kabine ausgestiegen, hat sich zwischen mir und ihn gestellt und ihm den Zutritt zum Bus verweigert. Er könne ja den nächsten nehmen. Wir fuhren dann nach ein paar Diskussionen los, ich setzte mich vorne zu ihm hin und unterhielt mich ein wenig. Weil ich bis zu meiner Bushaltestelle die einzige im Bus war, fuhr er erst ab, als ich nach dem Aussteigen durch meine Haustür verschwand. Ich war sehr dankbar (…)“
Für Andreas Block, Klaus Klockenbrink KG, Rödinghausen, Schülerverkehr:„Unser Busfahrer Andy ist absolut unersetzbar. Nachdem er mich und meine Geschwister schon zur Schule gebracht hat, transportiert er nun unsere Kinder. Andy fährt nicht nur den Bus und weiß genau wo jedes Kind wohnt, sondern auch wer wann Schulschluss hat und ob ein Kind von der Haltestelle geholt wird. Wenn die entsprechenden Eltern oder Großeltern nicht wie sonst zum Abholen bereitstehen, wartet Andy, sodass er sicher sein kann, dass jedes Kind unversehrt zuhause ankommt. Auf Andy kann man sich immer verlassen. Wenn ein Kind im Bus einschläft, fährt er natürlich eine Extrarunde und die entsprechende Haltestelle ein zweites Mal an. Vergessene Schulsachen gehen bei Andy nicht verloren, denn die gibt er in die Grundschule ab. Andy hat ein großes Herz und vergisst keines der Kinder, die er je gefahren hat, auch wenn diese Kinder, wie ich, mittlerweile selbst erwachsen sind und selbst Schulkinder haben, die er fährt. Andys Gelassenheit überträgt sich auf die Kinder und dennoch halten sie sich bei ihm an die Busregeln. Es gibt kein Kind, dass ihn nicht kennt und unser Andy ist einfach durch nichts und niemanden zu ersetzen. Ein Busfahrer, der liebt, was er tut und das seit ca. 40 Jahren in unserem 'Dörfli' :) Sicherlich hat jeder Busfahrer eine Auszeichnung verdient, aber niemand so sehr wie Andy. Das wäre das perfekte Dankeschön, für all das, was er täglich für unsere Kinder tut und damals für uns getan hat :) Er hätte diese Auszeichnung so verdient! Er liebt, was er tut, tagein tagaus..."
Wettbewerb und Partner
Der Wettbewerb „LieblingsbusfahrerIn“ wird unterstützt von
MAN, Daimler Buses, KRAVAG und
DEVK. Medienpartner ist der
DVV. Die Juryentscheidung basiert auf einem breiten Bild des Busalltags – ob auf dem Land oder in der Stadt, bei kleinen Unternehmen oder großen Verkehrsbetrieben. Aus über 2000 Geschichten und gemalten Bildern hatten es zunächst 30 Geschichten in die engere Auswahl geschafft und sind nachzulesen:
lieblingsbusfahrerin.de.
Pressebilder & Partnerbereich
Pressebilder von der Preisverleihung in Berlin, der gemalten Bilder sowie weiteres Material finden sich im Partnerbereich der Webseite:
Benutzername: LieblingsbusfahrerIn,
Passwort: lb_wettbewerb_2025
Zahlen & Fakten zur Branche
- Rund 100.000 Busfahrer*:innen sind im gewerblichen ÖPNV tätig.
- In Deutschland fehlen zehntausende Busfahrerinnen und Busfahrer.
- 10.000 Stellenangebote zählt die VDV-Arbeitgeberinitiative in-dir-steckt-zukunft.de.
- Mehr als die Hälfte der Fahrer:innen ist über 50 Jahre alt – bis 2030 gehen jährlich viele tausende in Rente.
Sieben relevante Zahlen zur Lage des Fahrpersonals:
- 54 Prozent der Befragten kamen als Quereinsteiger in die Branche.
- 1.425 Fahrpersonal-Beschäftigte nahmen an der Umfrage teil.
- Zehntausende Busfahrerinnen und 3.000 Triebfahrzeugführerinnen fehlen.
- Tausende Beschäftigte im Fahrdienst gehen jährlich in den Ruhestand.
- 30 Prozent bewerten ihre Dienstpläne als kaum vereinbar mit Privatleben.
- 53 Prozent: persönliche Empfehlungen häufigster Weg in den Beruf.
- 51 Prozent bewerten das äußere Image ihres Berufs als (sehr) schlecht.
Zentrale Forderungen an die Politik:- Finanzielle Mittel zur Anpassung von Löhnen und Arbeitszeitmodellen.
- Bundeseinheitliche Sicherheitsstandards schaffen – z. B. bei technischer Ausstattung, Videospeicherfristen (30 Tage), Sicherheitspartnerschaften.
- Aus- und Weiterbildung fördern, Abbau von Qualifizierungshürden, gezielte Umschulungen, erleichterten Busführerscheinerwerb.
- Integration von Migrantinnen und Migranten verbessern – durch angepasste Sprachanforderungen und gezielte Fördermaßnahmen.
LieblingsbusfahrerIn 2025 mit den Siegern | von links nach rechts: Sendi Brka, Andras Block, Sabrina Hartmann, Steffen Scholz, Sener Piskin, Harald Kraus (VDV)
LieblingsbusfahrerIn 2025 Sieger Andreas Block mit Unterstützer Michael Küster (DEVK)
LieblingsbusfahrerIn 2025 Sieger Sendi Brka mit Harald Kraus (VDV) und Unterstützer Till Oberwörder (Daimler Busses)