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Güterverkehr,  10.10.2013

Bahnbranche will Schienenlärm schneller reduzieren

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Vereinigung der Privatgüterwagen-Interessenten (VPI) sprechen sich in einem aktuellen Positionspapier für eine möglichst schnelle Minderung des Lärms beim Schienengüterverkehr aus. Damit unterstützt die Branche nicht nur das Ziel der Bundesregierung, die Lärmbelastung durch Schienenverkehr in Deutschland bis zum Jahr 2020 zu halbieren. Die Verbände sind sich sogar sicher, dass man durch zusätzliche Anstrengungen schneller eine deutliche Lärmminderung erreichen kann.



Nach Auffassung von VDV und VPI ist es möglich, den Lärm im Schienengüterverkehr nicht erst bis 2020 spürbar zu mindern, sondern durch ganz konkrete Maßnahmen bereits früher eine deutlichen Beitrag zur Lärmreduzierung im Schienengüterverkehr zu erreichen. „Lärm ist die ökologische Achillesferse des ansonsten klimafreundlichen, energiesparenden und sicheren Schienengüterverkehrs. Das hat die Branche erkannt und möchte deshalb gemeinsam mit der Politik zu einer schnellen und zielgerichteten Verbesserung der Situation beitragen“, so VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff .

„Die Mitglieder unseres Verbandes investieren weiter kräftig in neue Wagen mit Flüsterbremse. Mit der Zulassung der LL-Sohle steht auch eine technisch Möglichkeit zur Verfügung, den Lärm bei den bestehenden Güterwagen durch Umrüstung erheblich zu reduzieren. Allerdings verursacht die LL-Sohle gegenüber der herkömmlichen Graugussbremssohlen insbesondere auch aufgrund der Zulassungsauflagen deutlich höhere Betriebskosten“, so der Vorsitzende des VPI, Malte Lawrenz.

Betriebliche Mehrkosten von 700 bis 800 Millionen Euro
Insgesamt rechnet die Branche bei gleichmäßiger Umrüstung auf Flüsterbremsen der in Deutschland verkehrenden Bestandsflotte (ca. 180.000 Wagen) mit betrieblichen Mehrkosten von 700 bis 800 Millionen Euro bis zum Jahr 2020. Aktuell ist eine Förderung dieser Kosten weder in Deutschland noch auf europäischer Ebene vorgesehen. „Wenn die Halter und Eisenbahnverkehrsunternehmen den Betrag an ihre Kunden weitergeben verteuert sich nicht nur der Schienengüterverkehr, sondern es droht eine Verlagerung zur Straße“, so Lawrenz.

Eine Anreizförderung zur Abmilderung der Belastung aus den betrieblichen Mehrkosten bei Einführung der LL-Sohle wird die Umrüstung insgesamt voranbringen und eine bemerkbar schnellere Lärmminderungswirkung haben. „Beide Verbände schlagen deshalb eine befristete Förderung von 60% der betrieblichen Mehrkosten vor“, so Wolff.

Auch nach einer solchen Förderung würden die wagenhaltenden Unternehmen bis 2020 immer noch einen eigenen Beitrag zu den umrüstungsbedingten Betriebsmehrkosten von mindestens 430 Mio. Euro leisten, zusätzlich zu den 152 Mio. Euro der vom Halter zu tragenden Kosten der reinen Umrüstung. Um den Schienengüterverkehr in angemessener Zeit leiser zu machen, fordern beide Verbände die politischen Entscheider auf, Ihren Gestaltungsspielraum zu nutzen, um ein einfaches und funktionales Anreizsystem aufzubauen und dieses mit dem gehörigen Nachdruck auch in Europa zu vertreten. Gemeinsames Ziel von Politik und Unternehmen muss es sein, die spürbare Lärmentlastung der Bevölkerung in Deutschland mit der dargestellten Förderung deutlich vor dem politischen Zieldatum zu erreichen.
Presseinfo Bahnbranche will Schienenlärm schneller reduzieren
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Lars Wagner Pressesprecher
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