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Bahnsysteme: International vereinheitlichte Technikkomponenten 

In den letzten Jahrzehnten hat sich im Bereich der Bahnsysteme der Schwerpunkt der Standardisierung immer mehr aus dem nationalen in den europäischen und jetzt auch in den internationalen Bereich verschoben. Somit finden nationale Aktivitäten zur Erstellung von Normen immer mehr im „Europäischen Normungskomitee“ (CEN/CENELEC) sowie in der „Internationalen Normungsorganisation“ (ISO/IEC) statt. Der VDV und die Branche stellen sich diesen Herausforderungen.

Oliver Lang | Deutsche Bahn AG

Besonders auf der mechanischen Seite, z. B. bei den Bremssystemen, den Klimaanlagen und bei der Infrastruktur, sind die Veränderungen in den letzten Jahren gravierend. Zunehmend betrifft insbesondere die internationale Standardisierungsarbeit auch städtische Schienenbahnen. Diese Entwicklung gewinnt an Dynamik, da die Anzahl der Länder, die an ISO-Projekten ihr Interesse bekunden, zunehmen. Unter der Regie des VDV bleiben die deutschen Steuerungsmöglichkeiten gewahrt.

Die interessierten Kreise (u. a. VDV-Mitgliedsunternehmen, Betreiber und Hersteller) aus Deutschland sind über den nationalen DIN-Normenausschuss Fahrweg und Schienenfahrzeuge, kurz DIN-FSF, in allen ISO-Gremien vertreten und seit Gründung des internationalen „Technischen Komitees für Eisenbahnwesen“ (ISO/TC 269) im Jahr 2012, dem Sachgebiet der internationalen Normungsorganisation mit technischem Schwerpunkt, maßgeblich an der ISO-Normung beteiligt. Der DIN-FSF ist ein externer Ausschuss von DIN und wird maßgeblich durch die Initiative des VDV als Vorstandsmitglied gesteuert.

Hartmut-Joachim Sigrist | Deutsche Bahn AG

„Die Aktivitäten sind deshalb wichtig, weil beispielsweise Frankreich und Großbritannien gestalterisch stärker tätig werden und anstreben, ihre Interessen auf internationaler Ebene umzusetzen.“ Peter Haering ist einer der VDV-Experten, der in den internationalen Standardisierungsgremien die Interessen der VDV-Mitgliedsunternehmen vertritt. Er ergänzt: „Wichtig ist die Übernahme von Führungsrollen z. B. die Leitung von Gremien. Bei der bahntechnischen Normungsarbeit werden etwa 25 % der europäischen Gremien durch Deutschland geleitet, bei den internationalen unter 10 %.“ Peter Haering hat für den DIN-FSF eine Analyse erstellt, die den Istzustand und die Notwendigkeit aufzeigt, die ISO-Themen proaktiv zu gestalten.

Den Wirtschaftsstandort Deutschland mit seiner angestrebten Rolle in der ersten Reihe kann dies nicht zufriedenstellen, da vermehrt auch asiatische Länder wie China und Japan auftreten. Peter Haering weiß, dass die Wirtschaft und Gesellschaft auch weiterhin die treibenden Kräfte bei der Normung und Standardisierung sein werden, weil dadurch der Handel erleichtert wird. „Die Quote bei der Leitung von Gremien und somit der Steuerung muss gesteigert werden“, so seine Überzeugung.

Der VDV ist deshalb hoch aktiv und nimmt seit Gründung des internationalen „Technischen Komitees für Eisenbahnwesen“ (ISO/TC 269) die Sprecherrolle für die interessierten Kreise ein, wie auch beim europäischen Pendant, dem europäischen „Technischen Komitee im Eisenbahnwesen“ (CEN/TC 256). Auch der Koordinierungsausschuss beim DIN-FSF wird durch den VDV geleitet. Hierdurch können die Interessen der Branche und der VDV-Mitgliedsunternehmen eingebracht und umgesetzt werden.

Im Anwendungsbereich des ISO/TC 269 wurde der Urban Rail Bereich – so wird auf der europäischen Ebene die städtische Bahn genannt – bisher nicht erwähnt, obwohl einige Normen diesen Bereich bereits einschließen. Auf Grund einer VDV-Initiative werden jetzt die Anwendungsbereiche vom ISO/TC 269, aber auch vom CEN/TC 256 und deren Begleitdokumente bezüglich der Anforderungen durch den Urban Rail Bereich auf Basis des VDV-Vorschlages präzisiert.

So oder so ist eine zusätzliche Ausweitung der Führungsrollen in den Arbeitsgruppen aber entscheidend für die zukünftige Ausrichtung und das Ergebnis der Gremien, um die Steuerung des Normungsprogramms zu gewährleisten und eine qualitativ hochwertige Normungsarbeit im Sinne der VDV-Mitgliedsunternehmen und der Branche sicherzustellen. 

„Wichtig ist bei kommenden internationalen Normungsvorschlägen auch eine mutige und zügig abgestimmte Herangehensweise – national, europäisch, aber auch international. Wenn das nicht gelingt, werden unsere Ambitionen schnell beispielsweise durch China oder Japan überholt und ins Abseits gestellt. Anderes Know-how, andere Produkte und andere Qualitäten gewinnen die Oberhand. Um dem entgegenzutreten müssen deshalb alle Beteiligte unterstützen und auch personelle Ressourcen zur Verfügung stellen.“

Peter Haering, Fachbereichsleiter „Europäische Harmonisierung und Standardisierung im Eisenbahnwesen“ im VDV

Der VDV verfolgt weiter mit Nachdruck das Ziel, die Interessen der VDV-Mitgliedsunternehmen in der internationalen Normungslandschaft im Bahn-Sektor zu vertreten und ihr Wachstum zu fördern.


Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ing. (FH) Peter Haering

Europäische Harmonisierung und Standardisierung im Eisenbahnwesen

0221 57979-140

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