E-Mobilität im ÖPNV: Innovative Technik für den Klimaschutz
Die Umstellung auf E-Busse ist im innerstädtischen ÖPNV ein zentraler Baustein für mehr Klimaschutz und eine klimaneutrale Mobilität. Damit Busse – unabhängig vom Antrieb – zuverlässig und effizient unterwegs sind, braucht es mehr Busspuren und einen konsequenten Vorrang für den Linienbus im Stadtverkehr. Nur so lassen sich Staus vermeiden und die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Verkehrs sichern.
Elektrobusse leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Senkung von CO₂-Emissionen im ÖPNV. Auf Basis des deutschen Strommixes können die Emissionen im Vergleich zum Dieselbus etwa halbiert werden. Wird Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien eingesetzt, ist klimaneutrale Mobilität im Busverkehr möglich.
E-Busse: Kosten, technische Entwicklung und Infrastruktur
Zu Beginn des Jahres 2026 sind bereits mehr als 5.000 Elektrobusse im ÖPNV in Deutschland im Einsatz – Tendenz weiter steigend. Der Wille der Branche zur Transformation ist klar erkennbar, und auch die Industrie bietet marktreife Lösungen für Fahrzeuge, Infrastruktur und Software. Entscheidend bleibt jedoch die Finanzierung: Nicht alle Verkehrsunternehmen können die zusätzlichen Investitions- und Betriebskosten allein tragen. Um die Transformation im Busverkehr weiter voranzubringen, sind daher verlässliche und ausreichend ausgestattete Förderprogramme von Bund und Ländern unerlässlich.
Hohe Investitions- und Betriebskosten
Der Umstieg auf E‑Busse endet nicht mit dem Austausch der Fahrzeuge – er vollzieht sich über Jahre. Betriebshöfe, Tankstellen, Netzanschlüsse und Werkstätten müssen um- bzw. neugebaut werden. Für den Großteil der Verkehrsleistungen erreichen Elektrobusse inzwischen ausreichende Reichweiten. Dennoch lassen sich noch nicht alle Umläufe mit hohen Tagesfahrleistungen (z. B. über 300 km) im Verhältnis 1:1 auf Elektrobusse umstellen. Hier sind derzeit noch betriebliche und technische Lösungen gefragt
Dynamische Batterie-Entwicklung
Die Entwicklung im Bereich der Traktionsbatterien hat in den vergangenen zehn Jahren große Fortschritte gemacht. Volumen und Gewicht der Batterien sind gesunken, während sich die Energiedichte deutlich erhöht hat. Auch künftig sind weitere technologische Verbesserungen zu erwarten. Gleichzeitig steht die Branche vor Herausforderungen: Dazu gehören die nachhaltige und sozialverträgliche Gewinnung von Rohstoffen, eine bessere Verfügbarkeit sowie die Reduzierung geopolitischer Abhängigkeiten
Auswirkungen auf Infrastruktur und Prozesse
Auch der Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur ist für viele Verkehrsunternehmen und Kommunen eine große Herausforderung. Zunächst muss hier die grundsätzliche Systemfrage geklärt werden: Wo und wie soll geladen werden? Dabei wird zwischen der Ladung auf dem Betriebshof, meist über Nacht, und der Aufladung unterwegs unterschieden. Die Entscheidung für ein System hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten ab und wirkt sich auf die betrieblichen Prozesse aus.
Der VDV begleitet seine Mitgliedsunternehmen aktiv in der Transformation des Busverkehrs. Er unterstützt bei technischen Fragen zu Fahrzeugen und Infrastruktur, beim Um- und Neubau von Betriebshöfen sowie bei Finanzierung und Förderung. Zudem vertritt der VDV die Interessen der Branche gegenüber Politik und Ministerien.
Umsetzung der Clean Vehicles Directive (CVD)
Nach Vorgaben der EU-Kommission müssen ab 2021 mindestens 45 Prozent und ab 2025 mindestens 65 Prozent aller neu zu beschaffenden Linienbusse „saubere“, im Sinne der Richtlinie emissionsfreie Antriebe haben.
Übersicht verschiedener Antriebstechnologien beim Bus
Euro-VI-Bus, Batterieelektrischer Bus, Brennstoffzellenbus, Obus.
Städtische Bahnen - umweltfreundlich in der Stadt unterwegs
Die städtischen Bahnen müssen die E-Mobilität nicht erst erfinden: Sie fahren bereits seit fast 140 Jahren elektrisch und beziehen dabei ihren Strom aus einer Fahrleitung. Der Wirkungsgrad moderner Schienenfahrzeuge liegt über 80% zwischen Stromabnehmer und Schiene – das zeigt, wie effizient elektrische Antriebe mit Energie umgehen. Auch wird das elektrische Bremsen möglich. Das ist leise, spart Energie, und es reduziert den Feinstaub.
Moderne Fahrzeuggenerationen besitzen Antriebe, die unter nahezu allen Umständen die im Fahrzeug gespeicherte kinetische Energie wieder in elektrische Energie zurück wandeln können. Die Energie kann dann zur Versorgung weiterer elektrischer Verbraucher auf dem Fahrzeug oder für andere Fahrzeuge im Netz genutzt werden. Bei jeder Bremsung können bis zu 30 % aus der Fahrzeugbewegung wiedergewonnen werden.
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