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Handlungsoffensiven für die Mobilitätswende

Nur mit einer Mobilitätswende erreichen wir die nationalen Klimaschutzziele im Verkehr 

Eine Stadt, die eine bessere Qualität und Nutzbarkeit des öffentlichen Raums für die Menschen schafft und deutlich weniger durch den Autoverkehr belastet ist. Eine Region mit einem präsenten ÖPNV – das ist die Vision. Die Mobilitätswende zeichnet den Weg dahin. Ob sie gelingt, wird darüber entscheiden, wie gesund, nachhaltig und lebenswert unsere Städte und Regionen zukünftig sein werden. Wenn die Mobilitätswende Realität werden soll, sind Gesellschaft, Politik, Verwaltung und ÖV-Branche gleichermaßen gefordert.

Durch die Corona-Pandemie und die Energiekostenexplosion infolge des Ukraine-Krieges hat sich diese Vision nicht grundlegend geändert. Die Mobilitätswende muss in einem längeren Zeithorizont gedacht werden und es gilt, Kundinnen und Kunden mit attraktiven Verkehrsangeboten zu gewinnen und auch neue Segmente zu erschließen.

 „Der fortschreitende Klimawandel und die Bewältigung sowie Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges stellen die größten Herausforderungen unserer Zeit dar. Um die Klimaziele zu erreichen, sind Anstrengungen auf allen Ebenen und Sektoren notwendig, insbesondere auch im Verkehr. Der öffentliche Verkehr bleibt bei der Mobilitätswende ein entscheidender Akteur, denn er ist die Lösung für klimafreundlichen Verkehr. Angesichts der Vorlaufzeiten müssen bereits heute die Entscheidungen getroffen werden, um ÖPNV, Rad- und Fußverkehr zu stärken, damit sie ihren Beitrag zur Mobilitätswende leisten können.“

Prof. Knut Ringat · VDV-Vizepräsident

Dr. Volker Deutsch, Fachbereichsleiter Integrierte Verkehrsplanung beim VDV:
„Die Herausforderungen sind die gleichen wie vorher, sobald sich die Pendler- und Verkehrsströme normalisieren. Deshalb muss weiter kontinuierlich an einer Politik der Mobilitätswende – mit mehr ÖPNV, Rad- und Fußverkehr – gearbeitet werden. Im ÖPNV bedarf es dazu einer Angebots- und einer Infrastrukturoffensive, die umgehend eingeleitet werden muss. Hierbei helfen zusätzliche Finanzierungswege. Neben den bereits verbesserten Fördermöglichkeiten bei der Schieneninfrastruktur bedarf es einer Digitalisierungsoffensive sowie der Förderung hochwertiger Bussysteme.“

Handlungsoffensiven für eine nachhaltige Mobilitätswende

Um die CO2-Reduzierungsziele im Verkehrssektor zu erreichen, muss der Modal-Split-Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr bis 2030 um ein Drittel höher sein als heute. Dies ist nur erreichbar, wenn gleichzeitig der Autoverkehr verringert und der Umweltverbund aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr gefördert wird (Push- und Pull-Maßnahmen). Dies erfordert Handlungsoffensiven für eine nachhaltige Mobilitätswende (siehe Grafik).

„Der ÖPNV hat vor der Corona-Pandemie und mit dem Erfolg des 9-Euro-Tickets mit einer starken Nachfrageentwicklung unter Beweis gestellt, dass er als Rückgrat des Umweltverbundes wichtiger Teil der Mobilitätswende ist. Zum Kern einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie gehört dabei jedoch nicht nur ein erfolgreicher Umweltverbund. Vielmehr sind sowohl Autoverkehre zu vermeiden, zu verlagern und stadtverträglich abzuwickeln als auch ein menschlicher Maßstab zum Ausgangspunkt für die Planung lebenswerter Städte zu machen. Dies setzt auf der kommunalen Ebene ein klares Bekenntnis der Politik zum Mobilitätswandel voraus. Es bedarf neuer Zielkonzepte, damit Politik und Verwaltung die Zukunft selbst aktiv gestalten ."

Tim Dahlmann-Resing · VDV-Vizepräsident und Vorsitzender des Allgemeinen Ausschusses für Planung und Klimaschutz

VDV-Leistungskostengutachten zur Finanzierung der öffentlichen Mobilität

Mit dem aktuellen „VDV-Leistungskostengutachten der öffentlichen Mobilität“ sind fundierte Annahmen zum Finanzbedarf und der politisch-gestalterischen Grundsätze eines Lösungsrahmens für das Erreichen der nationalen Klimaziele vorgelegt worden: Zur Umsetzung der Klimaschutzziele ist demnach eine Steigerung der Verkehrsleistung um 24 Prozent im Personenverkehr notwendig, zu deren Erreichen ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf von ca. 11 Mrd. Euro im Jahr 2030 ermittelt worden.

ÖPNV als Rückgrat der Mobilitätswende – Orientierungsrahmen für  kommunale Entscheiderinnen und Entscheider 

Neben globalen und bundesweiten Empfehlungen für notwendige Maßnahmen im Öffentlichen Verkehr spielen zum Erreichen der Klimaschutzziele im Verkehrssektor bis 2030 auch ganz konkrete Handlungsempfehlungen für die kommunale Ebene eine wichtige Rolle. Denn letztlich muss die Verkehrswende auch konkret vor Ort in den Kommunen und Ballungsräumen vollzogen werden. Dort ist das Verkehrsaufkommen am höchsten und die Handlungsnotwendigkeiten am vielfältigsten - aber die Vision ist nicht minder eindeutig: Die Städte sollen klimaneutral und lebenswerter werden. Nachfolgend ist eine Übersicht von Informationen des VDV, die als Orientierungsrahmen für interessierte Menschen und politischen Entscheider*innen in den Kommunen, aber auch für die Verwaltung und die Verkehrsunternehmen selber zur Verfügung gestellt werden.

Nachhaltigkeit im öffentlichen Verkehr

Bus und Bahn in Städten und Regionen

ÖPNV in der kommunalen Verkehrspolitik

Best-Practice Mobilitätswende