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Personal- und Fachkräftebedarf im ÖPNV 

Die Mobilitätsbranche wächst – denn für das Erreichen der Klimaschutzziele im Verkehrssektor hat der öffentliche Verkehr eine zentrale Bedeutung. Ziel ist es, dass bis 2030 ein Drittel mehr Busse und Bahnen als heute unterwegs sind und ein Viertel mehr Güterverkehr über die Schiene laufen. Damit die Branche weiter wachsen und ihre Ziele erreichen kann, ist auch mehr qualifiziertes Personal im Personen- und im Schienengüterverkehr notwendig.

Die Branche hat viel Potenzial – Vielfalt, Vernetzung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind die Schlüsselfaktoren für die Mobilität der Zukunft.



„Diese Schlüsselfaktoren werden auch die künftigen Tätigkeits- und Berufsstrukturen im öffentlichen Verkehr prägen. Bestehende Berufe wandeln sich, neue Berufe werden entstehen. Die Mobilität wird ein innovativer Wachstumsmarkt, schon allein aus diesem Grund wird der Bedarf an geeigneten Personal- und Fachkräften in den nächsten Jahren enorm wachsen.“
Dr. Jan Schilling · Geschäftsführer ÖPNV

VDV-Branchenumfrage 2021: Personal als strategische Herausforderung für die Verkehrswende

Der Personalbedarf bei den Bus- und Bahnunternehmen in Deutschland ist ungebrochen hoch, das ergibt die „VDV-Branchenumfrage Personal 2021“ unter 125 Unternehmen des öffentlichen Personen- und des Schienengüterverkehrs.

„Vor allem im Fahrdienst prognostizieren fast 80 Prozent der teilnehmenden Unternehmen einen höheren Bedarf bis 2030. Derzeit arbeiten allein in diesem Bereich 96.000 Beschäftigte. Doch letztlich suchen wir in allen Berufsgruppen qualifiziertes Personal. Es wird immer deutlicher: Der Fachkräftemangel steigt und bedeutet eine zu lösende Herausforderung – nämlich allein für den ÖPNV bis 2030 rund 74.000 altersbedingt freiwerdende Stellen wiederzubesetzen und vor allem die prognostizierten 110.000 neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, die wir für die Mobilitätswende dringend suchen. Gleiches gilt für den Personalbedarf beim Eisenbahnverkehr“
Oliver Wolff · VDV-Hauptgeschäftsführer

Vorzüge der Branche bekannt

Hilfreich erweist sich der Faktor „sinnstiftende Arbeit“ bei den Bus- und Bahnunternehmen: Etwa die Hälfte der Unternehmen nimmt in Verbindung mit einem wachsenden Klimaschutzbewusstsein ein gesteigertes Interesse an der Arbeit in der Verkehrsbranche wahr, 39 Prozent können das nicht feststellen. In Zeiten der Krise werden weitere Themen wie Sicherheit des Arbeitsplatzes und verlässliche Bezahlung von den Bewerberinnen und Bewerber höher gewertet: 89 Prozent der Unternehmen gaben an, dass ein sicherer Arbeitsplatz für die Bewerber zu den wichtigsten Vorzügen der Branche zählt – gefolgt mit jeweils 57 Prozent von pünktlicher Bezahlung und flexiblen Arbeitszeitmodellen.

Berufe für die Mobilität mit Zukunft

Multimodale Verkehrsangebote und digitale Mobilitätsplattformen werden in Zukunft mehr an Bedeutung gewinnen. Die Verkehrslenkung und die Organisation und Vernetzung der Verkehrsangebote benötigen qualifizierte Elektroniker, System- und Fachinformatiker sowie Netzwerkarchitekten. Talentierte Data Scientists, Mobilitätsberater und Datenschutzexperten sorgen dafür, dass neue flexible Angebote für Kunden entstehen und intermodale Mobilitätsplattformen erfolgreich laufen. Instandhaltungsprozesse an Fahrzeugen und Infrastruktur werden digitaler durch 3D-Druck-Spezialisten und hochqualifizierte Mechatroniker. Environment Experts gewährleisten umweltfreundliche Mobilität, Hochvolt-Ingenieure machen Fahrzeuge elektromobil, und schließlich sorgen Recruiter und Social-Media-Manager dafür, dass die Mobilitätsbranche ihre berufliche Attraktivität in die medialen Kanäle der Zielgruppen kommuniziert und engagierte neue Mitarbeiter gewinnt. Das sind nur einige Beispiele, die aufzeigen wie vielfältig die Berufe im öffentlichen Personenverkehr sind. Auch die schon bestehenden Berufen wie im Fahrdienst, in den Werkstätten und in den Zentralen werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen, gerade weil der Mobilitätsmarkt weiter wachsen wird.

Beschäftigte im öffentlichen Personenverkehr - Hoher Personalbedarf bis 2030

In den VDV-Mitgliedsunternehmen im öffentlichen Personenverkehr arbeiten rund 151.000 Mitarbeiter*innen. Davon sind aktuell 87.000 Beschäftigte im Fahrdienst, 37.000 arbeiten im technischen Dienst und 27.000 in der Verwaltung.

Es besteht bereits heute und auch zukünftig ein hoher Personalbedarf in der Branche, was auch auf den demografischen Wandel zurückzuführen ist. Von den aktuell 151.000 Beschäftigten in den VDV-Mitgliedsunternehmen im öffentlichen Personenverkehr sind bis 2030 ca. 50 Prozent zu ersetzen. Das heißt, fast 50 Prozent neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden benötigt, nur um den Status quo aufrechtzuerhalten. Von diesen Stellen wird nur jede Fünfte von einem Auszubildenden besetzt werden können.

„Wir werden bis 2030, vor allem altersbedingt, viele Personalabgänge zu verzeichnen haben. Berücksichtigt man die angestrebten und aufgrund der Verkehrswende notwendigen Wachstumsziele der Branche, ergibt sich schon bis 2025 ein Personalbedarf von 50.000 Fachkräften. Es fehlen schon jetzt deutschlandweit etwa 1.500 Lokführerinnen und Lokführer – Tendenz steigend“, so Ingo Wortmann. Das Durchschnittsalter der Mitarbeitenden im öffentlichen Personen- und Eisenbahnverkehr beträgt 46,5 Jahre." (Ingo Wortmann, VDV-Präsident)

Quelle: VDV | 2020

Bis 2030 müssen 74.000 Beschäftigte aufgrund des demografischen Wandels im öffentlichen Verkehr ersetzt werden:
- 40.000 im Fahrdienst
- 20.000 im technischen Bereich
- 14.000 im kaufmännischen Bereich


Die Verkehrswende erfordert mehr Personal

Das Ziel der Branche: Bis 2030 sollen ein Drittel mehr Busse und Bahnen als heute unterwegs sein und ein Viertel mehr Güter über die Schiene transportiert werden. Aber für mehr ÖPNV und mehr Schienengüterverkehr brauchen die Verkehrsunternehmen mehr Personal – vor allem im Fahrdienst.

Berufe mit Zukunft

Der öffentliche Verkehr ist ein attraktiver und moderner Arbeitgeber. Die Verkehrsunternehmen bieten regionale und sichere Arbeitsplätze mit vielfältigen Perspektiven sowie hohen Sozialstandards. Deshalb hat der VDV eine Arbeitgeberinitiative ins Leben gerufen, die die Unternehmen in der Personalgewinnung unterstützen, das Interesse an der Branche erhöhen und über Möglichkeiten und Chancen informieren soll.

VDV-Arbeitgeberinitiative: Interesse an den Verkehrsberufen wecken, das Image der Branche  verbessern und die Verkehrsunternehmen operativ bei der Personalgewinnung unterstützen – das sind die Ziele der VDV-Arbeitgeberinitiative. Kernstück der Initiative ist ein Webportal, das sich an Auszubildende, Studenten, Quereinsteiger und Fachkräfte richtet. Im "Stellenmarkt" gibt es bereits rund 6000 offene Stellen im Bereich Personen- und Schienengüterverkehr:
www.in-dir-steckt-zukunft.de