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Personal- und Fachkräftebedarf im ÖPNV 

Die Mobilitätsbranche wächst – denn für das Erreichen der Klimaschutzziele im Verkehrssektor hat der öffentliche Verkehr eine zentrale Bedeutung. Ziel ist es, dass bis 2030 ein Drittel mehr Busse und Bahnen als heute unterwegs sind und ein Viertel mehr Güterverkehr über die Schiene laufen. Damit die Branche weiter wachsen und ihre Ziele erreichen kann, ist auch mehr qualifiziertes Personal im Personen- und im Schienengüterverkehr notwendig.

Die Branche hat viel Potenzial – Vielfalt, Vernetzung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind die Schlüsselfaktoren für die Mobilität der Zukunft.



„Diese Schlüsselfaktoren werden auch die künftigen Tätigkeits- und Berufsstrukturen im öffentlichen Verkehr prägen. Bestehende Berufe wandeln sich, neue Berufe werden entstehen. Die Mobilität wird ein innovativer Wachstumsmarkt, schon allein aus diesem Grund wird der Bedarf an geeigneten Personal- und Fachkräften in den nächsten Jahren enorm wachsen.“
Dr. Jan Schilling · Geschäftsführer ÖPNV

Branchenumfrage zur Personalentwicklung im Corona-Jahr 2020:  76 % der Unternehmen mit mehr Einstellungen als 2019

Eine Umfrage des Branchenverbands VDV unter seinen über 600 Mitgliedern im Personen- und Schienengüterverkehr hat ergeben, dass in Zeiten der Covid-Krise nicht nur der Bedarf an Fachpersonal ungebrochen groß ist. Über 76 Prozent der befragten Unternehmen haben im Corona-Jahr 2020 mehr Einstellungen vorgenommen, als noch 2019.

„Die Verkehrsunternehmen sind attraktive Arbeitgeber, denn wir bieten zahlreiche Jobs die zukunftsfähig und krisensicher sind. Zudem gab es bei uns auch im letzten Jahr so gut wie keine Stellenkürzungen oder pandemiebedingte Kurzarbeit, denn wir sind das gesamte Jahr über nahezu unser normales Leistungsangebot gefahren. Insofern bleibt der Personalbedarf der Branche in und nach der Corona-Zeit ungebrochen hoch. Wir suchen in allen Bereichen!“
Ingo Wortmann · VDV-Präsident

65 Prozent der befragten VDV-Mitglieder gaben an, dass 2020 in ihrem Unternehmen am dringlichsten Personal im Fahrbetrieb gesucht wurde – im Öffentlichen Personennahverkehr arbeiten derzeit allein über 45.000 Busfahrer*innen –, danach folgen gewerblich-technisches Personal, also z. B. in den Werkstätten, mit 33 Prozent sowie Ingenieure*innen (27 Prozent) und IT-Fachkräfte (24 Prozent). Darüber hinaus besteht auch beachtlicher Bedarf bei den Auszubildenden und Dual Studierenden (21 Prozent) sowie bei kaufmännischem Personal (16 Prozent).

„Wir haben 2020 rund zehn Prozent mehr Mitarbeitende eingestellt als im Jahr 2019, vor allem deutlich mehr Busfahrer*innen. Dies zeigt: Der ÖPNV ist gerade in Krisenzeiten ein attraktiver Arbeitgeber.“ (Britta Heydenbluth, DSW21 Dortmund)

Berufe für die Mobilität mit Zukunft

Multimodale Verkehrsangebote und digitale Mobilitätsplattformen werden in Zukunft mehr an Bedeutung gewinnen. Die Verkehrslenkung und die Organisation und Vernetzung der Verkehrsangebote benötigen qualifizierte Elektroniker, System- und Fachinformatiker sowie Netzwerkarchitekten. Talentierte Data Scientists, Mobilitätsberater und Datenschutzexperten sorgen dafür, dass neue flexible Angebote für Kunden entstehen und intermodale Mobilitätsplattformen erfolgreich laufen. Instandhaltungsprozesse an Fahrzeugen und Infrastruktur werden digitaler durch 3D-Druck-Spezialisten und hochqualifizierte Mechatroniker. Environment Experts gewährleisten umweltfreundliche Mobilität, Hochvolt-Ingenieure machen Fahrzeuge elektromobil, und schließlich sorgen Recruiter und Social-Media-Manager dafür, dass die Mobilitätsbranche ihre berufliche Attraktivität in die medialen Kanäle der Zielgruppen kommuniziert und engagierte neue Mitarbeiter gewinnt. Das sind nur einige Beispiele, die aufzeigen wie vielfältig die Berufe im öffentlichen Personenverkehr sind. Auch die schon bestehenden Berufen wie im Fahrdienst, in den Werkstätten und in den Zentralen werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen, gerade weil der Mobilitätsmarkt weiter wachsen wird.

Beschäftigte im öffentlichen Personenverkehr - Hoher Personalbedarf bis 2030

In den VDV-Mitgliedsunternehmen im öffentlichen Personenverkehr arbeiten rund 151.000 Mitarbeiter*innen. Davon sind aktuell 87.000 Beschäftigte im Fahrdienst, 37.000 arbeiten im technischen Dienst und 27.000 in der Verwaltung.

Es besteht bereits heute und auch zukünftig ein hoher Personalbedarf in der Branche, was auch auf den demografischen Wandel zurückzuführen ist. Von den aktuell 151.000 Beschäftigten in den VDV-Mitgliedsunternehmen im öffentlichen Personenverkehr sind bis 2030 ca. 50 Prozent zu ersetzen. Das heißt, fast 50 Prozent neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden benötigt, nur um den Status quo aufrechtzuerhalten. Von diesen Stellen wird nur jede Fünfte von einem Auszubildenden besetzt werden können.

„Wir werden bis 2030, vor allem altersbedingt, viele Personalabgänge zu verzeichnen haben. Berücksichtigt man die angestrebten und aufgrund der Verkehrswende notwendigen Wachstumsziele der Branche, ergibt sich schon bis 2025 ein Personalbedarf von 50.000 Fachkräften. Es fehlen schon jetzt deutschlandweit etwa 1.500 Lokführerinnen und Lokführer – Tendenz steigend“, so Ingo Wortmann. Das Durchschnittsalter der Mitarbeitenden im öffentlichen Personen- und Eisenbahnverkehr beträgt 46,5 Jahre." (Ingo Wortmann, VDV-Präsident)

Quelle: VDV | 2020

Bis 2030 müssen 74.000 Beschäftigte aufgrund des demografischen Wandels im öffentlichen Verkehr ersetzt werden:
- 40.000 im Fahrdienst
- 20.000 im technischen Bereich
- 14.000 im kaufmännischen Bereich


Die Verkehrswende erfordert mehr Personal

Das Ziel der Branche: Bis 2030 sollen ein Drittel mehr Busse und Bahnen als heute unterwegs sein und ein Viertel mehr Güter über die Schiene transportiert werden. Aber für mehr ÖPNV und mehr Schienengüterverkehr brauchen die Verkehrsunternehmen mehr Personal – vor allem im Fahrdienst.

Berufe mit Zukunft

Der öffentliche Verkehr ist ein attraktiver und moderner Arbeitgeber. Die Verkehrsunternehmen bieten regionale und sichere Arbeitsplätze mit vielfältigen Perspektiven sowie hohen Sozialstandards. Deshalb hat der VDV eine Arbeitgeberinitiative ins Leben gerufen, die die Unternehmen in der Personalgewinnung unterstützen, das Interesse an der Branche erhöhen und über Möglichkeiten und Chancen informieren soll.

VDV-Arbeitgeberinitiative: Interesse an den Verkehrsberufen wecken, das Image der Branche  verbessern und die Verkehrsunternehmen operativ bei der Personalgewinnung unterstützen – das sind die Ziele der VDV-Arbeitgeberinitiative. Kernstück der Initiative ist ein Webportal, das sich an Auszubildende, Studenten, Quereinsteiger und Fachkräfte richtet. Im "Stellenmarkt" gibt es bereits rund 6000 offene Stellen im Bereich Personen- und Schienengüterverkehr:
www.in-dir-steckt-zukunft.de