Daten & Fakten: Statistik zum öffentlichen Personennahverkehr und Schienengüterverkehr in Deutschland


Die Mitgliedsunternehmen des VDV spielen eine entscheidende Rolle für die Mobilitätswende und bei der Lösung verkehrlicher Herausforderungen. Nachdem die Fahrgastzahlen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durch die Corona-Pandemie stark zurückgegangen waren, steigt die Nachfrage seit dem Jahr 2022 wieder an.

Die VDV-Mitgliedsunternehmen befördern jeden Tag 26 Millionen Fahrgäste in Deutschland mit Bus und Bahn und ersparen damit 18 Millionen Autofahrten. 2023 transportierten die VDV-Unternehmen im öffentlichen Schienengüterverkehr 290 Millionen Tonnen Güter. Das ersetzt am Tag rund 48 Tausend voll beladene Lkw auf deutschen Straßen. Durch ihre Verkehrsleistung sparten Busse und Bahnen zuletzt zehn Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen ein.

In der nachfolgenden Statistik erhalten Sie weitere Daten und Fakten zum ÖPNV und Schienengüterverkehr in Deutschland, die in einer Studie zum öffentlichen Verkehr als Wirtschaftsfaktor, der jährlichen VDV-Statistik sowie Erhebungen des Statistischen Bundesamts erfasst wurden.

Wirtschaftsfaktor nachhaltige Mobilität

Die vom CONOSCOPE-Institut 2024 durchgeführte Studie im Auftrag des Bündnisses nachhaltige Mobilitätswirtschaft – bestehend aus Allianz pro Schiene, dem Bundesverband Carsharing (bcs), dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und Zukunft Fahrrad – bestimmt erstmals den volkswirtschaftlichen Nutzen der nachhaltigen Mobilitätswirtschaft.

So profitiert Deutschland volkswirtschaftlich von den Unternehmen der nachhaltigen Mobilitätswirtschaft

Betrachtet werden Effekte auf drei Ebenen:

direkte Effekte (Unternehmen der nach haltigen Mobilitätswirtschaft in Deutschland)

indirekte Effekte (Ebene der Vorleistungsverflechtungen) und

induzierte Effekte (durch Konsum direkter und indirekter Einkommensempfänger)

Wertschöpfungseffekte
Beachtliche Wertschöpfungseffekte durch die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs.

  • Insgesamt gehen rund 118 Milliarden Euro der Wertschöpfung in Deutschland auf die nachhaltige Mobilitätswirtschaft zurück.
  • Jeder Euro direkte Wertschöpfung bei den Unternehmen der betreffenden Branchen erzeugt weitere 2,40 Euro Wertschöpfung für die Bundesrepublik.
  • Das bewirkt einen Wertschöpfungseffekt von 82,7 Milliarden Euro

Durch Materialaufwand und Investitionen schafft die nachhaltige Mobilitätswirtschaft einen Nachfrageimpuls in Höhe von 48,7 Milliarden Euro.

Beschäftigungseffekte
Der Arbeitsmarkt in Deutschland profitiert deutlich.

  • Der Gesamtbeschäftigungseffekt der Branche der nachhaltigen Mobilitätswirtschaft in Deutschland beläuft sich auf über 1,7 Millionen Voll- und Teilzeitbeschäftigte. Dies entspricht 3,2 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland.
  • Neben den 499 000 Beschäftigten bei den Unternehmen der Branche in Deutschland entstehen weitere 1,2 Millionen Arbeitsplätze. 
  • Es ergibt sich ein Beschäftigungsmultiplikator von 2,4.
    Jeder Arbeitsplatz in der Branche führt zu mehr als zwei weiteren Arbeitsplätzen in Deutschland, was einem durchschnittlichen bis leicht überdurchschnittlichen Multiplikator im Branchenvergleich entspricht.

Einkommenseffekte

  • Insgesamt gehen auf die Unternehmen der nachhaltigen Mobilitätswirtschaft knapp 67 Milliarden Euro Einkommen in Deutschland zurück. Auf direkter Ebene sind dies in der Untersuchungsregion 22,9 Milliarden Euro Einkommen. Über die wirtschaftliche Verflechtung kommen weitere 44 Mrd. Euro auf indirekter und induzierter Ebene hinzu.
  • Dies entspricht einem Einkommensmultiplikator von 1,9.
    Je Euro Einkommen für Mitarbeitende der Unternehmen der Branche entstehen in Deutschland 1,90 Euro Einkommen. Auch hier ergibt sich ein durchschnittlich hoher Multiplikator im Branchenvergleich.


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Weitere Daten & Fakten zum öffentlichen Nahverkehr

Busse und Bahnen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele
Der öffentliche Nahverkehr leistet in der Gesellschaft einen unentbehrlichen Beitrag zur Mobilitätsversorgung, zur Verbesserung der Verkehrsströme und der allgemeinen Lebensqualität – und nicht zuletzt zur Erreichung der Klimaziele. Darüber hinaus hat der öffentliche Verkehr auch einen wirtschaftlichen Nutzen für Deutschland.

Symbol einer Familie mit Eltern und Kind auf gelbem Hintergrund. Links steht die Zahl 9,4 mit der Beschreibung: 'Milliarden Fahrgäste'.

Fahrgäste
Rund 9,4 Milliarden Fahrgäste nutzten 2023 den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) der VDV-Mitgliedsunternehmen in Deutschland. Die Fahrgastzahlen machen deutlich: Busse und Bahnen ersetzen damit jeden Tag rund 18 Millionen Autofahrten auf deutschen Straßen.

Grafik mit der Zahl '82 Milliarden Personen-km'. Daneben eine stilisierte Darstellung eines Weges von Punkt A zu Punkt B. Die Grafik zeigt die jährliche Anzahl der von Personen zurückgelegten Kilometer in Milliarden.

Personenkilometer
Die ÖPNV-Unternehmen des VDV leisteten 2023 82 Milliarden Personenkilometer. Rund 42 Milliarden Personenkilometer wurden dabei vom Eisenbahnverkehr erbracht, gefolgt von den Bussen mit ca. 25 Milliarden und den städtischen Bahnen mit ca. 15 Milliarden.

Symbol von Münzen, einem Blatt Papier und einem Taschenrechner auf gelbem Hintergrund. Links steht die Zahl 12 mit der Beschreibung: 'Milliarden Euro'.

Einnahmen aus der Fahrgastbeförderung
Die Statistiken zum öffentlichen Nahverkehr in Deutschland belegen: 12 Milliarden Euro nahmen die deutschen Nahverkehrsunternehmen des VDV 2023 durch Fahrgelder ein (inklusive Ausgleichzahlungen). Das ist ein Zuwachs von 1,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr und etwa 1,4 Milliarden Euro weniger als im Jahr 2019 vor der Corona-Pandemie. Der Ausgleich nicht gedeckter Ausgaben im Zusammenhang mit dem Deutschlandticket ist hier nicht enthalten.

Ein klarer Umweltvorteil für den ÖPNV
Der ÖPNV spart insgesamt 10 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Jeder Fahrgast leistet einen wertvollen Beitrag für das Klima und die Luftqualität, denn jeder mit dem ÖPNV zurückgelegte Kilometer spart im Vergleich zur Autofahrt im Durchschnitt 95 Gramm Treibhausgase und 14 Gramm Stickoxide. Ein weiterer Vorteil des ÖPNV liegt in der Entlastung der Straßen und Verringerung der Staugefahr. Ohne den ÖPNV würden 73 Milliarden Pkw-km zusätzlich auf deutschen Straßen anfallen.

126 Fahrten je Einwohner – nach dem Rückgang durch die Corona-Pandemie steigen die Fahrten mit dem ÖPNV wieder deutlich an
Im Jahr 2022 stieg jeder Einwohner durchschnittlich 126-mal in Bus oder Bahn ein. 2021 waren es noch 100 Einstiege (+ 26 Prozent).

Quellen: VDV-Statistik, Statistisches Bundesamt | Stand: Januar 2025


Schienengüterverkehr und Eisenbahninfrastruktur

In der Sparte Schienengüterverkehr des VDV sind ca. 230 Unternehmen organisiert; ca. 100 Unternehmen sind in der Güterbeförderung tätig, über 150 Unternehmen betreiben Eisenbahninfrastruktur; etwa 40 Gesellschaften zählen zu den Werks- und Industriebahnen. Der VDV vertritt rund 60 Hafenbahnen*. Im Folgenden sehen Sie eine Übersicht wesentlicher Kennzahlen und Fakten zum Schienengüterverkehr. Ausführliches statistisches Datenmaterial finden Sie in unserer jährlich erscheinenden VDV-Statistik.

*Da viele Unternehmen in mehreren Bereichen tätig sind, sind diese Angaben nicht addierbar.

Grafik mit der Zahl '290 Millionen beförderte Tonnen'. Daneben Symbole für Berechnungen und Dokumente, die den Transport von Gütern symbolisieren. Sie zeigt die Menge an transportierten Gütern in Millionen Tonnen.

Verkehrsaufkommen
Im Jahr 2023 transportierten die VDV-Unternehmen im öffentlichen Schienengüterverkehr 290 Millionen Tonnen. Das ersetzte werktäglich rund 48.000 voll beladene Lkw auf deutschen Straßen.

Grafik mit der Zahl '92 Milliarden Tonnen-km'. Daneben das Symbol eines Güterwagens. Die Grafik repräsentiert die erbrachte Transportleistung in Milliarden Tonnenkilometer.

Verkehrsleistung
Die VDV-Unternehmen im öffentlichen Schienengüterverkehr fuhren im Jahr 2023 92 Milliarden Tonnen-km.

CO2
Pro Tonnen-km emittiert der deutsche Schienengüterverkehr nur ca. 16 Gramm CO2. Das sind 87 Prozent weniger als beim Lkw (121 g/Tonnen-km). Von 2013 bis 2022 ist der Energieverbrauch im Schienengüterverkehr um 15 Prozent gesunken, obwohl die Transportleistung im gleichen Zeitraum über 18 Prozent gestiegen ist.

Grafik mit der Zahl '140 mal sicherer'. Daneben ein Symbol eines Schlosses mit einem Häkchen, das für Sicherheit steht. Die Grafik verdeutlicht die erhöhte Sicherheit des dargestellten Verkehrssystems.

Sicherheit
Die Statistik zum Güterverkehr zeigt: Gefahrguttransporte sind auf der Schiene sicherer unterwegs als auf der Straße. Im Jahr 2023 gab es vier Gefahrgutunfälle im Schienengüterverkehr in Deutschland. Pro einer Million Zug-km entspricht das 0,004 Gefahrgutunfällen. Auch im Personenverkehr ist die Eisenbahn deutlich sicherer als das Auto: In Bezug auf das Verletzungsrisiko ist die Fahrt mit dem Zug 140 mal sicherer als mit dem Pkw.

Symbol eines Zuges mit Waggons auf gelbem Hintergrund. Links steht die Zahl 101 mit der Beschreibung: 'Tausend Fahrzeuge'.

Fahrzeuge und Beschäftigte
Die rund 230 VDV-Mitgliedsunternehmen des Schienengüterverkehrs und Eisenbahninfrastrukturbetriebs haben ca. 97.000 Güterwagen und 3.800 Lokomotiven im Einsatz. In den Unternehmen sind knapp 90.000 Beschäftigte tätig.

Quellen: VDV-Statistik, Statistisches Bundesamt | Stand: Januar 2025

Sie möchten mehr zur Statistik rund um den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland erfahren? Informieren Sie sich in den nachstehenden Links gerne ausführlich. Darüber hinaus stehen wir Ihnen ebenfalls für Auskünfte zur Verfügung.

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