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Best Practice Mobilitätswende

Die Verkehrswende wird nur mit einem Leistungsausbau in allen Kategorien des ÖPNV erfolgreich sein. Verkehrswende braucht nicht nur mehr Busse, städtische Bahnen sowie den Nahverkehr mit der Eisenbahn. Auch eine weitere Digitalisierung der Infrastruktur, des Betriebs und der Kundenschnittstelle, eine Vereinfachung des Tarifsystems, die Nutzung emissionsfreier Fahrzeuge und eine weitere Qualitätssteigerung des Angebots sind zwingende Grundlagen für den Erfolg.

Attraktivität des ÖPNV steigern

Schon heute gibt es viele Beispiele, wie im öffentlichen Verkehr die Mobilitätswende erfolgreich gelebt wird. Moderne, flexible und individuell auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmte Angebotskonzepte sind ein entscheidender Baustein, um mehr Fahrgäste zum Umstieg vom MIV in den ÖPNV zu bewegen. Wie die folgenden Beispiele zeigen, nutzen die Verkehrsunternehmen bereits heute die begrenzten Ressourcen, um derartige Konzepte auf- und auszubauen.

Wichtige Schritte zur Attraktivitätssteigerung sind:

  • Digitalisierung der Kundenschnittstelle, inkl. Vereinfachung der Planung, Buchung und Bezahlung
  • Digitalisierung der Infrastruktur und der operativen Funktionen (Automatisierte Betriebshöfe, moderne Fahrassistenz- und Monitoringsysteme)
  • Minderung der Emissionen des ÖPNV
  • Finanzierung: Steigerung der Kosteneffizienz und der Erschließung zusätzlicher Erlösquellen

Gelebte Mobilitätswende vor Ort – Best Practices

Einsatz qualitätsstarker Angebote

City Ring-Bus, MVG | Copyright: MVG, Saskia Nathalie Betz

ExpressBus und  Ringbus, Münchner Verkehrsgesellschaft

Die Express- und Ringbuslinien der Münchner Verkehrsgesellschaft ergänzen das sternförmige Netz der MVG. Sie bieten einerseits attraktive Querverbindungen zwischen Bus-, Straßen- und U-Bahn- Linien und ermöglichen andererseits umsteigefreie Verbindungen rund um das Stadtzentrum.

Digitalisierung in Vertrieb und Einsatz moderner Tarifsysteme

© Leipziger Gruppe

AboFlex, Leipziger Verkehrsbetriebe

Das AboFlex ist ein Angebot für Gelegenheitskunden, für die sich kein Vollabo lohnt. Mit einer geringen monatlichen Grundgebühr reduziert sich der Preis alle Einzeltickets um mindestens 50 Prozent. Das Abo ist nach sechs Monaten flexibel kündbar und so gut saisonal nutzbar. Der Ticketverkauf erfolgt bargeldlos mit Chipkarte oder App.

Digitalisierung in Infrastruktur und Betrieb

Verkehrsinformationssystem (VIS), Wuppertaler Stadtwerke (WSW mobil)

Seit Februar 2021 werden alle WSW-Kunden in Echtzeit über den Bus- und Schwebebahnverkehr informiert. VIS liefert zeitgleich Fahrgastinformationen in alle Busse und Schwebebahnen, auf die WSW-Webseite und auf die Monitore in den MobiCentern. Auf allen Monitoren werden standortbezogene Informationen abgebildet. Wer unterwegs ist, kann sich auch über die Apps WSW move und WSW Abfahrtsmonitor, oder VRR Fahrplanauskunft (EFA) informieren. Wichtig ist dies besonders bei Betriebsstörungen und Verspätungen.
Quelle: www.wsw-online.de

Einsatz emissionsfreier Fahrzeuge

Bildquelle: BVG / Andreas Süß

Batteriebetriebene Busse, Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)

Die Berliner Verkehrsbetriebe stellen haben sich das Ziel gesetzt, ihre Busflotte bis 2030 komplett auf alternative Antriebe umzustellen. Mit aktuell 138 E-Bussen verfügen sie bereits heute über eine der größten E-Bus-Flotten in Deutschland. Sie sind damit Vorreiter und Beispiel für andere deutsche Verkehrsunternehmen.

Nutzung weiterer Finanzierungsinstrumente

© Stadtwerke Osnabrück / Oliver Pracht.

Parkraumbewirtschaftung, Stadtwerke Osnabrück

Die Stadtwerke Osnabrück, Betreiber des ÖPNV in Osnabrück, finanzieren sich u. a. auch durch die Einnahmen ihrer Tochter für Parkraumbewirtschaftung. Diese betreibt mehr als 5.000 Fahrzeug-, 800 Fahrrad-Stellplätze und 120 E-Ladepunkte. Dadurch wird in Osnabrück bereits heute die Drittnutzerfinanzierung durch den Motorisierter Individualverkehr (MIV) in ersten Ansätzen gelebt.