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Bilanz zum 9-Euro-Ticket 

Rund 52 Millionen verkaufte 9-Euro-Tickets 

(Stand: 29. August 2022)

Die Popularität des 9-Euro-Tickets ist ungebrochen und der positive Effekt zur Bekämpfung des Klimawandels nachweisbar. Das belegen aktuelle Ergebnisse einer bundesweiten Marktforschung mit 6.000 Interviews pro Woche, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zusammen mit der Deutschen Bahn und den Marktforschungsinstituten Forsa und RC Research im Auftrag von Bund und Ländern durchführt.

Seit Verkaufsstart Ende Mai sind bis heute rund 52 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft worden. Hinzu kommen etwa zehn Millionen Abonnentinnen und Abonnenten, die das vergünstigte Ticket über die gesamten drei Monate automatisch erhalten haben.

Fahrten mit dem 9-Euro-Ticket: Deutlicher Verlagerungseffekt

Mehr Umsteiger
17 Prozent der 9-Euro-Ticket-Nutzerinnen und Nutzer sind im August von anderen Verkehrsmitteln wie Pkw, Fahrrad etc. auf den ÖPNV umgestiegen.

Weniger Pkw-Fahrten
10 Prozent der Käuferinnen und Käufer des 9-Euro-Tickets verzichten auf mindestens eine ihrer täglichen Autofahrten (Juni: 8 Prozent).

Mehr Alltagsfahrten
Das 9-Euro-Ticket wird zunehmend Teil der Gesamtmobilität. 52 Prozent der Käufer*innen und Abonnent*innen nutzen das Ticket für alltägliche Fahrten (Erledigungen, Arztbesuche, Shopping etc.), 40 Prozent für Besuchsfahrten und 37 Prozent für Wege zur Arbeitsstätte. Ausflugsfahrten und Städtereisen folgen mit 33 bzw. 32 Prozent.

Mehr Fahrten über Verbund- oder Tarifgrenzen hinaus
31 Prozent der Fahrten von Ticket-Käufern und 26 Prozent von Abonnentinnen und Abonnenten fanden (zumindest teilweise) außerhalb des eigenen Verbundraums bzw. Gültigkeitsbereichs statt.

Bekanntheit und Kaufverhalten: Jeder fünfte Käufer ist Neukunde

9-Euro-Ticket sorgt für Neukunden
Jeder fünfte Käufer ist Neukunde, der den ÖPNV zuvor normalerweise nie genutzt hat. 27 Prozent der Käufer sind aktivierte Kunden, die den ÖPNV zuvor seltener als einmal im Monat genutzt haben.

Weiterhin hohe Resonanz
Rund die Hälfte aller Befragten (49 Prozent) besaßen im Juli ein 9-Euro-Ticket. Mitte August besaßen 47 Prozent ein 9-Euro-Ticket für August, 4 Prozent planten noch einen Kauf.

Geringere Resonanz in ländlichen Regionen
In ländlichen und strukturschwächeren Gebieten ist der Anteil der 9-Euro-Ticket-Besitzer nur halb so hoch wie in städtischen Gebieten. Als Grund wird ein unzureichendes ÖPNV-Angebot genannt.

Verzicht auf Autofahrten gewinnt als Kaufgrund

Pkw-Verzicht wird wichtiger
Der Verzicht auf Autofahrten gewinnt als Kaufgrund hinzu (von 41 auf 43 Prozent) und ist für aktivierte Kunden und Neukunden der zweitwichtigste Kaufgrund.


Preis bleibt vor allem bei Bestandskunden wichtigstes Kaufargument
Top-Kaufgrund ist nach wie vor der günstige Preis (69 Prozent). Für Neukunden (56 Prozent) und aktivierte Kunden (66 Prozent) spielt er jedoch eine deutlich geringere Rolle als für Bestandskunden (76 Prozent).

Flexibilität gewinnt an Bedeutung
Für Bestandskunden bleibt die Flexibilität der Nutzung der zweitwichtigste Grund, das wird im Juli (51 Prozent) noch deutlicher als im Juni (47 Prozent).

Gründe gegen den Ticketkauf
Die Hauptgründe gegen den Kauf des 9-Euro-Tickets bleiben fehlende Nutzungsanlässe (37 Prozent), die Vorliebe fürs Auto (35 Prozent) und umständliche Verbindungen (33 Prozent).

Probleme in ländlichen Räumen
Im ländlichen Raum dominieren als Nichtkaufgründe umständliche Verbindungen, Taktung, Fahrtdauer und Entfernung zur Haltestelle (z. T. mehr als doppelt so hoch wie in Metropolen und Städten).

Zufriedenheit der Nutzer ist unverändert hoch

Konstant hohe Nutzerzufriedenheit
88 Prozent der 9-Euro-Ticket-Nutzer sind mindestens zufrieden, jeder Fünfte ist sogar vollkommen zufrieden. Dies gilt für alle Kundengruppen.


Zufriedenheit regional unterschiedlich
Deutlich höhere Zufriedenheit in Metro- und Regiopolen, geringste Zufriedenheit im kleinstädtischen/dörflichen Raum.

Attraktivität des Ticketangebotes steigt
81 Prozent finden das Angebot zunehmend attraktiver (Juni: 77 Prozent).

Nutzer loben einfache Ticketnutzung
76 Prozent der Nutzer bewerten Einfachheit und Verständlichkeit des Tickets noch positiver (Juni: 69 Prozent).

Abschätzung der Klimawirkung des 9-Euro-Tickets

(Abschätzung erfolgt auf Basis der bundesweiten Marktforschung und des TREMOD-Models zur Berechnung des Emissionsverbrauchs)

  • Aus der Markforschung abgeschätzte Zahl der Fahrten mit dem 9-Euro-Ticket je Monat (Abonnenten + Ticketkäufer): rund 1 Mrd. Fahrten/ Monat
  • Anteil der Fahrten mit dem 9-Euro-Ticket je Monat (Abonnenten + Ticketkäufer), die vom Auto verlagert wurden: rund 10 Prozent verlagerte Fahrten
  • Durchschnittliche Einsparung an Klimagasen (CO2-Äquivalenten) je Monat durch das 9-Euro-Ticket: rund 600.000 Tonnen CO2 / Monat
  • Hochgerechnete Einsparung an Klimagasen (CO2-Äquivalenten) durch das 9-Euro-Ticket (ohne Berücksichtigung von induzierten ÖPNV-Fahrten im Regelangebot): rund 1,8 Mio. Tonnen CO2 im Aktionszeitraum

Fazit

Drei Monate 9-Euro-Ticket haben so viel CO2 eingespart wie ein Jahr Tempolimit.

Untersuchungsdesign der Marktforschung zur Evaluation des 9-Euro-Tickets

Erhebung

  • kontinuierliche, wöchentliche bundesweite Repräsentativerhebuntägliche
  • Datenerhebung im Aktionszeitraum

Methode

  • Online-Interviews im forsa.omninet-Panel und Bilendi&respondi-Panel
  • 15 Minuten

Stichprobe

  • 6.000 Personen ab 14 Jahren pro Woche, bevölkerungsrepräsentativ
  • 78.000 Personen im Aktionszeitraum Juni bis August
  • alle Kundengruppen (inklusive Nichtkäufer)

Ergebnis

  • monatliche Auswertung sowie Abschlussbericht
  • bundeslandscharf repräsentativ auswertbar

Besonderheit

  • größte Stichprobe im Aktionszeitraum
  • kontinuierliche Erhebung über gesamten Aktionszeitraum
  • repräsentative bundeslandscharfe Auswertung
  • Nachbefragung für Erfolgskontrolle