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Warum sind mehr Gleisanschlüsse im Schienennetz notwendig?

Für die Klimaschutzziele im Verkehrssektor ist die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene ein notwendiger Schritt. 22 Prozent mehr Güterverkehr auf der umweltfreundliche Schiene ist das Ziel der Branche. Der Studie ›› Deutschland mobil 2030 zufolge ist dies innerhalb der kommenden zwölf Jahre möglich, wenn sich Politik und Unternehmen gemeinsam anstrengen und konsequent auf die Schiene setzen wie z.B. durch den Ausbau der Infrastruktur. Die Gleisanschlussförderung ist Teil des ›› Masterplans Schienengüterverkehr und soll der verladenden Wirtschaft den Anschluss an das nationale und internationale Schienennetz ermöglichen, um mehr Güter auf der Schiene zu transportieren.

Zuletzt ging in Deutschland jedoch die Zahl der Gleisanschlüsse deutlich zurück. Um Güter auf der Schiene überhaupt transportieren zu können und zusätzliche Mengen von der Straße zu verlagern, benötigt der Wagenladungsverkehr ein ausreichendes Netz von Gleisanschlüssen und multimodalen Logistikknoten. Unternehmen, die ihren privaten Gleisanschluss ausbauen oder wiederbeleben, erhalten Geld vom Bund. 14 Millionen Euro stehen noch bis 2020 jedes Jahr zur Verfügung.

„Das Thema Gleisanschluss braucht stärkeren Rückenwind, um politisch und wirtschaftlich weiter nach vorn gebracht zu werden. Gleichzeitig muss die Bedeutung des Verkehrsträgers Eisenbahn, insbesondere vor dem Hintergrund der angestrebten CO2-Reduzierung, wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gebracht werden.“

Dr. Martin Henke · Geschäftsführer Eisenbahnverkehr

Auf Initiative des VDV war die Gleisanschlussförderung 2004 von der damaligen Bundesregierung ins Leben gerufen worden. Seitdem hat das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) 164 Projekte bewilligt, die mit 122 Millionen Euro gefördert worden sind. Die Förderung ist an die Verpflichtung der Unternehmen gekoppelt, ein festgelegtes Volumen nicht mehr auf der Straße, sondern über die Schiene zu transportieren. Laut EBA sollte durch die bewilligten Mittel eine Verlagerung von bis zu 17,8 Millionen Tonnen beziehungsweise 5,7 Milliarden Tonnenkilometern jährlich bewirkt werden. Aktuell befinden sich etwa 25 Projekte in laufenden Verfahren.

Im Rahmen der 1. Gleisanschlusskonferenz im Oktober 2018, die der VDV und der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) ausrichtete, haben sich insgesamt 21 Verbände und Interessenvertretungen branchenübergreifend gemeinsam für mehr Gleisanschlüsse im deutschen Schienennetz stark gemacht und auf die erforderlichen Rahmenbedingungen hingewiesen. Die Verbände setzen sich dafür ein, dass auf der Schiene ein flächendeckendes Netz von Gleisanschlüssen und multimodalen Logistikknoten entsteht, um im Güterverkehr wettbewerbsfähiger zu werden und damit einen signifikanten Beitrag zur Verkehrsverlagerung und zur Erreichung der umweltpolitischen Ziele leisten zu können. Neben dem Neu- und Ausbau ist es aus Sicht der Branche daher auch dringend nötig, die Rahmenbedingungen für die Nutzung und den Betrieb bestehender Gleisanschlüsse und multimodaler Logistikknoten zu verbessern.

Gleisanschluss-Charta
Verbände und Vereine aus Industrie, Handel, Logistik und öffentlichen Einrichtungen haben eine Gleisanschluss-Charta erstellt, die eine stärkere Fokussierung der verkehrspolitischen Diskussion auf die wesentliche Schlüsselfunktion von Gleisanschlüssen, kundennahen Zugangsstellen und regionalen Eisenbahninfrastrukturen lenken soll. Ziel ist es, dem Markt leistungsfähige und wirtschaftlich darstellbare Transportsysteme im Kombinierten Verkehr und im Wagenladungsverkehr anbieten zu können.
›› Zur Internetseite der Gleisanschluss-Charta