©Deutsche Bahn
©Deutsche Bahn
©Westfälische Landes-Eisenbahn
©SBB Cargo

Systemvorteile der Schiene

Welchen Nutzen haben Sie als Kunde?

 

Der Schienengüterverkehr ist:

  • planbar und zuverlässig,
  • auf höhere Ladungsgewichte ausgelegt,
  • rund um die Uhr – sieben Tage die Woche verfügbar,
  • bei der Be- und Entladung klar im Vorteil,
  • das Transportsystem für gebündelte Verkehre,
  • umweltschonend und
  • sicher.

Planbarkeit und Zuverlässigkeit

Gemeinsame Basis des Eisenbahnbetriebes ist ein einheitlicher Fahrplan, der von den Infrastrukturbetreibern auf Grundlage der Trassenanträge der Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) aufgestellt und veröffentlicht wird. Auf diesen Fahrplan bauen die EVU ihre Betriebsprogramme auf. Der Fahrplan sorgt also für die Grundordnung in einem Schienennetz, das sich mehrere EVU diskriminierungsfrei teilen. Der Fahrplan verhindert auch tägliche Staus durch unkontrollierte Zuläufe in  Engpassstellen.


Auf Grundlage des Fahrplans können die EVU auch die Zeiten der Abholung/ Zustellung beim Kunden weitestgehend vorplanen. Dadurch lassen sich Transporte von Ladestelle zu Ladestellen ziemlich genau steuern und überwachen. Die Logistik kann dies nutzen, indem sie vor- und nachgelagerte Logistikprozesse mit den Betriebsprogammen der EVU synchronisiert. Die EVU wiederum berücksichtigen als Dienstleister die zeitlichen Anforderungen ihrer Kunden bei der Beantragung von Zugtrassen und der Erstellung ihrer Betriebsprogramme.


Höhere Gewichte zugelassen 

Im Schienengüterverkehr sind höhere Ladungsgewichte zugelassen als im Straßenverkehr. So können bei 4-achsigen Güterwagen Lastgrenzen von bis zu 60 Tonnen und darüber hinaus erreicht werden. Bei 6-achsigen Güterwagen liegen die Lastgrenzen sogar bei über 70 Tonnen. Entscheidend sind der Waggontyp und die zu befahrenen Strecken. Die hohen Ladungsgewichte sind insbesondere für schwere Güter wie Stahl, Flüssig- und Schüttgüter, Papier, Holz und Abfall interessant.

Im kombinierten Verkehr dürfen Straßenfahrzeuge, die im Vor- und Nachlauf zum nächstgelegenen geeigneten Terminal eingesetzt werden, ein um 4 Tonnen höheres Gesamtgewicht von ingesamt 44 Tonnen haben.


Rund um die Uhr - Sieben Tage die Woche

Die Eisenbahn ruht nie. Die Züge rollen 24 Stunden am Tag und das sieben Tage die Woche, d.h. auch an Wochenenden und Feiertagen. Güterzüge verkehren überwiegend in der Nacht, weil sie sich am Tage das Netz mit dem schnelleren Personenverkehr teilen müssen. Die Tageslagen werden deshalb meist für Be- und Entladung genutzt. Im internationalen Verkehr verkehren die Züge aber häufig auch am Tage, um auf der langen Strecke nicht unnötig Zeit zu verlieren.

Mit diesem Rund-um-die Uhr-Betrieb kann die Schiene vor allem auf langen Distanzen punkten, denn was sie auf den ersten und letzten Metern bei der Kundenbedienung sowie der Zugbildung/ -auflösung an Zeit verliert, holt sie im Fernverkehr wieder auf.

Die EVU wechseln übrigens bei langen Zugläufen in aller Regel den Lokführer, während die Lokomotive möglichst lange am Zug bleibt. Lokführer sind also nicht mit ihrer Lok „verheiratet“, sondern teilen sich diese mit ihren Kollegen. Muss also ein Lokführer ausruhen oder hat Feierabend, fährt die Lokomotive mit einem anderen Lokführer weiter.

Vorteile bei der Be- und Entladung

Ladestellen und Läger sind sensible Bereiche in der Logistikkette, insbesondere wenn starke Aufkommensschwankungen zu meistern sind. Ohne Zulaufsteuerung wird dieser Effekt zusätzlich verstärkt. Und wenn LKW-Fahrer wegen Zeitdruck auf zügige Behandlung drängen, kann die beste Vorausplanung dem Tagesgeschäft oft nicht standhalten.

Bei der Be- und Entladung von Güterwagen stehen dem Kunden feste Zeitfenster zur Verfügung, wodurch das Ladegeschäft geplant und über den Tag verteilt werden kann. Weiterhin profitiert der Kunde davon, dass beim Bahntransport meist orts- und sprachkundiges Personal für die Kundenbedienung eingesetzt wird. Man versteht sich also leichter!

Auch im multimodalem Wagenladungsverkehr und im Intermodalverkehr werden die Zeiten für die Straßenbedienung der Ladestellen in der Regel vorher abgestimmt. Der Kunde kann daher die Ladezeiten vorab planen.   


Das Transportsystem für gebündelte Verkehre

Die Schiene hat klare Vorteile, wenn Transporte gebündelt werden können. Hohe Energieeffizienz, geringer Personalaufwand und planbare Transportzeiten sind bei immer knapper werdenden Ressourcen und steigenden Transportkosten überzeugende Argumente für schienenbasierte Logistikkonzepte.

Insbesondere auf langen Distanzen kommen die Systemvorteile der Schiene zur Geltung. Aber auch auf kurzen Distanzen ist die Schiene bei hohem Bündelungsgrad wettbewerbsfähig. So verkehren zahlreiche regionale Güterzüge zum Beispiel zu Intermodalterminals oder Speditionslägern.


 Umwelt

Der Schienengüterverkehr ist sehr umweltfreundlich. Ökologische Vorteile gegenüber dem LKW hat die Schiene beim Schadstoffausstoß, beim Energieverbrauch und beim Flächenbedarf. Mit Hilfe des Internetportals http://www.ecotransit.org/ können Sie die Umweltbilanz der einzelnen Verkehrsträger für Ihre konkreten Transporte ausrechnen lassen.

Und Sie sind herzlich eingeladen, unsere Nachhaltigkeit-Seite unter https://www.vdv.de/nachhaltigkeit.aspx zu besuchen. Aktuelle statistische Werte finden Sie auch in der VDV-Statistik unter https://www.vdv.de/jahresbericht---statistik.aspx.

Die Schiene hat eine jahrzehntelange Erfahrung mit der E-Mobilität. Mehr als die Hälfte der Strecken in Deutschland sind mit elektrischer Oberleitung ausgestattet, Tendenz steigend. Ebenfalls steigend ist der Anteil der Elektrolokomotiven. Diesellokomotiven kommen im Streckenbetrieb im weniger vor und sind überwiegend im Rangierbetrieb im Einsatz. Für Rangierlokomotiven gibt es in Europa bereits Hybridlokomotiven, die entweder mit Batteriespeicher oder mit Stromabnehmer ausgerüstet sind. Die Eisenbahnen arbeiten intensiv an einer Ausweitung ihrer E-Mobilität.

Verstärkt wird nach dem Pariser Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung auch über den Beitrag des Verkehrsbereiches zur Erreichung der Klimaschutzziele diskutiert. Dabei bleibt nur zu hoffen, dass sich ein deutlich stärkerer Wille zur Verkehrsverlagerung auf die Schiene bildet als bisher. Leider wurden diesbezüglich die Weichen in den letzten Jahrzehnten nicht richtig gestellt. Unverändert kämpfen die Eisenbahnen in Europa um ihre bestehenden Marktanteile, während die Straße mit steigenden Abgasemissionen Jahr für Jahr der Gewinner eines ungleichen Rennens ist. Insbesondere zum Wohle unserer Umwelt müssen daher die intermodalen Wettbewerbsbedingungen zugunsten der Schiene verändert werden.


Sicherheit

Die Schiene ist spurgebunden und verfügt über technische und betriebliche Sicherungssysteme. Unfallfaktoren wie unkontrollierter Spurwechsel oder Auffahren am Stauende kommen auf der Schiene nicht vor. Züge werden in der Regel zwangsgebremst, wenn es aus Sicherheitsgründen erforderlich ist. Und sie fahren nur auf den Gleisen, auf die man sie lässt. Nicht ohne Grund vertrauen deshalb Gefahrgutexperten der Schiene.

Und wenn es um automatisiertes Fahren geht, sollte die Schiene bei Investitionen und staatlichen Rahmenbedingungen an Nummer 1 stehen. Die Schiene ist nämlich das Landverkehrsmittel mit den ausgeprägtesten Sicherungssystemen und den umfangreichsten technisch-betrieblichen Regelwerken/ Vorschriften. Und sie wird intensiv von den Sicherheitsbehörden überwacht. All dies sind hervorragende Voraussetzungen für ganz große technische Innovationen, wie das automatische oder sogar autonome Fahren. 

Ihr Ansprechpartner:
Georg Lennarz
VDV-Social Media
Hier finden Sie uns in den sozialen Medien:
INFORMIEREN - LEICHT GEMACHT!

Nutzen Sie die Kooperationsbörse Güterverkehr.

BEISPIELE FÜR VERLAGERUNG!

...hat auch die  Allianz pro Schiene zusammengestellt.