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Wittgensteiner Produkte per Zug nach Österreich

Kühne + Nagel, EJOT und Kreisbahn schicken Pilottransport vom Container-Terminal Südwestfalen auf die Reise nach Graz

Beim Kombinierten Verkehr (Intermodalverkehr) werden die Stärken der verschiedenen Verkehrsträger – Bahn, LKW und Schiff – effizient miteinander verknüpft. Zudem spielt der Kombinierte Verkehr (KV) eine wichtige Rolle, um den Gütertransport stärker auf die Schiene zu verlagern. Denn der Hauptlauf im KV, also der längere Transportabschnitt, wird meistens mit dem Zug zurückgelegt. Der Transport per LKW erfolgt in kürzeren Transportstrecken in der ersten und letzten Meile (Vor- und Nachlauf). Für viele Unternehmen ist Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein zentraler Erfolgsfaktor. So entscheiden sich immer mehr Unternehmen auch beim Transport ihrer Güter für die Schiene. Die Unternehmen Kühne + Nagel, Ejot und Kreisbahn haben sich jetzt zusammengetan und testen gemeinsam den KV-Transport nach Graz.

36 Paletten mit 19.000 kg Fertigware von EJOT sind im Dezember 2022 vom Container-Terminal Südwestfalen auf zwei Wechselbrücken per Bahn nach Österreich transportiert worden. Das entspricht 5 Prozent vom regulären Transport. Bisher fand dieser per LKW statt. Die Niederlassung der Spedition Kühne + Nagel in Haiger hat den Transport organisiert: mit dem Lkw aus Wittgenstein zum Umschlagterminal, den Bahnversand und im Nachlauf in Österreich den Weitertransport zum Empfänger – der EJOT-Niederlassung in Voitsberg. Die Kreisbahn Siegen-Wittgenstein hatte DB Cargo mit dem Bahntransport von Kreuztal nach Graz beauftragt.

Gemeinsames Ziel: Klimaschutz

Für Kühne + Nagel war der Transport ein Testlauf, um zu schauen, ob der Transport von EJOT Produkten mit der Bahn von Kreuztal nach Graz sinnvoll ist. Denn EJOT versendet pro Jahr ca. 1.200 Paletten mit rund 340 Tonnen Ware aus Wittgenstein an seine Tochtergesellschaft in Österreich. Bisher ausschließlich per Lkw. Auch für EJOT ist das Projekt interessant, denn das Unternehmen möchte bis zum Jahr 2035 klimaneutral wirtschaften. Der aktuelle CO2-Fußabdruck beträgt pro Jahr circa 190.000 Tonnen CO2.

Die Treiber des Pilottransportes (von links): Christian Betchen (KSW), Sebastian Böttcher, (Ejot Holding), Philipp Scherer und Martin Velten (beide Kühne + Nagel, Haiger).

„Eine Teilverlagerung unserer Transporte auf die Schiene könnte einen erheblichen Beitrag dazu leisten, die Emissionen zu reduzieren. Unterm Strich ist es wichtig, eine gute Balance aus erzeugten Emissionen, Laufzeit und Transportkosten zu finden.“

Sebastian Böttcher · Strategischer Einkäufer für Transport und Logistik bei EJOT

Für Christian Betchen, Geschäftsführer der Kreisbahn, ist dieser Testtransport aus unterschiedlichen Gründen sehr reizvoll:

„Dass Erzeugnisse aus Wittgenstein von einem Spediteur aus dem Lahn-Dill-Kreis über das Container-Terminal Südwestfalen transportiert werden, zeigt, dass immer mehr Unternehmen im Dreiländereck das Container-Terminal bei ihren Logistikentscheidungen mit im Blick haben.“

„Um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und den CO2-Ausstoß deutlich zu verringern, müssen mehr Verkehre von der Straße auf die Schiene. Dass mit EJOT nun ein weiteres heimisches Vorzeigeunternehmen mit seinen Partnern diese Alternative austestet, finde ich hervorragend. Ich würde mir wünschen, dass der Test erfolgreich ist und intermodale Transporte künftig immer selbstverständlicher werden.“

Andreas Müller · Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein

Der KV hat viele Vorteile:

  • Klimafreundlicher Transport auf der Schiene: Reduktion des CO2-Ausstoßes
  • Entlastung der Straßen, weniger Stau
  • Kostenvorteil: Massentransport per Zug
  • Kostenvorteil: weniger Maut-Gebühren
  • Zuverlässige Laufzeiten, mehr Ruhezeiten für das LKW-Fahrpersonal
  • sicherer Transport