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Übersicht verschiedener Antriebstechnologien bei Bussen

Busse können am schnellsten die Innenstädte vom Autoverkehr entlasten und die Luft verbessern. Daher ist es notwendig, dass sie vor allem im innerstädtischen Verkehr den notwendigen Vorrang bekommen – z. B. durch mehr Busspuren und „Bus Rapid Transit“-Systeme . „Der Bus ist eines der ältesten Verkehrsmittel der Welt, aber in gewisser Weise ist er auch die Zukunft der modernen Stadt", heißt es in einem Beitrag des N-TV vom 10. Oktober 2020.

Die Verkehrsunternehmen setzten verschiedene Antriebstechnologien beim Bus ein, um den pro Fahrgast ohnehin schon geringen Emissionsausstoß im Linienbusverkehr weiter zu senken.

Daimler AG

Euro-VI-Busse: Wirtschaftlich und dank modernster Abgastechnologie sauber
Neue Euro-VI-Busse verfügen bereits über hervorragende Abgaswerte. Das Thema Energiesparen steht auch beim konventionellen Bus seit vielen Jahren im Fokus der Busentwicklung: Zur Umsetzung der Klimaschutzziele kommen daher Konzepte wie die Kombination von verschieden Antriebssystemen (Hybridbusse), die Nutzung von Bremsenergie zur Anfahrunterstützung (sogenannte Mildhybrid) und Start- Stopp-Automatiken zum Einsatz. In Kombination mit synthetischen Kraftstoffen aus Gas oder auch aus Strom kann die Zeit bis zum flächendeckenden Einsatz von E-Bussen überbrückt werden, da herkömmliche Busse auf diese Weise sauber betrieben werden können. Zur Reduzierung des Energieverbrauchs spielt auch der Leichtbau eine große Rolle. Eine Leichtbauweise kann durch die Verwendung von glasfaserverstärktem Kunststoff und Kohlefasern, wie sie auch im Flugzeugbau verwendet werden, ganz beachtliche Gewichtsreduzierungen realisiert werden, was zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs führt. Dazu kommen Systeme, die dem Fahrer eine Rückmeldung zum Fahrverhalten geben und das Fahrpersonal an eine vorausschauende Fahrweise heranführt.

E-Bus | ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft | Martin Bargiel

Batterieelektrische Busse (E-Busse): Riesensprünge bei der Entwicklung
Der Antrieb der batterieelektrischen Fahrzeuge erfolgt über einen Elektromotor, der entweder als Zentralmotor mit konventioneller Antriebswelle, als radnaher Motor (mit Getriebestufe) oder als Radnabenmotor ausgeführt ist. Batterieelektrische Fahrzeuge nutzen die in der Batterie gespeicherte elektrische Energie, um den Motor anzutreiben. E-Busse werden entweder über Nacht im Depot geladen (Depotladung) oder per Gelegenheitsladung auf der Strecke Die Energiezufuhr erfolgt dabei während eines Ladevorgangs mittels Stromabnehmer an einer Ladeinfrastruktur auf dem Betriebshof oder an den Linienendpunkten.

Oberleitungsbusse (Obus): „Stangentaxi“ immer häufiger mit mehr Batterie und dafür weniger Fahrdraht
Eine weitere Alternative zur Realisierung eines emissionsfreien E-Busbetriebs stellt der altbewährte Oberleitungsbus dar. Obusse können die oberleitungsfreien Strecken über einen zusätzlich an Bord installierten Energiegenerator bedienen, in der Vergangenheit war dies üblicherweise ein Dieselmotor. Mittlerweile gibt es Modelle, die diese oberleitungsfreien Strecken über eine Traktionsbatterie bzw. eine Brennstoffzelle abdecken können. Sie zählen somit gemäß CVD zu den emissionsfreien Fahrzeugen. Oberleitungsbusse haben das Image einer veralteten Technologie, das hauptsächlich durch die hohen Infrastrukturaufwendungen und die zum Zeitpunkt der Abschaffung in den 1980er-Jahren veraltete Technik zurückzuführen ist. Dies ist jedoch mit modernen Fahrzeugen nicht mehr der Fall. Durch die Verwendung von zusätzlichen Batterien in Oberleitungsbussen ist eine deutliche Reduzierung des Oberleitungsnetzes im Bedienungsgebiet möglich. In den Streckenabschnitten mit Oberleitung wird das Fahrzeug elektrisch angetrieben. Gleichzeitig wird die Batterie für die oberleitungslosen Abschnitte in den Innenstädten aufgeladen.

Wasserstoffbus | RVK

Brennstoffzellenbus (Wasserstoffbus): Die elektrische Lösung, wenn es auf die Reichweite ankommt
Wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenbusse (BZ) gibt es entweder mit BZ als Hauptenergiequelle oder als zusätzliche Energiequelle für batterieelektrische Busse als Range Extender (BZ Rex). Darüber hinaus gibt es wasserstoffbetriebene Busse mit Verbrennungsmotor. Für besondere Fälle wie z. B. in Städten mit einer bergigen Topographie oder bei einer großen Tagesfahrleistungen kann der hohe Energiebedarf durch die Verwendung einer mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzelle zur Stromerzeugung bereit gestellt werden.

Brennstoffzellenfahrzeuge werden allerdings bisher nur in Kleinserien gefertigt. Die Betankung mit komprimiertem Wasserstoff erfolgt über eine Zapfsäule und dauert typischerweise weniger als zehn Minuten. Der Wasserstoff sollte auf Basis erneuerbarer Energien CO2-frei hergestellt werden. So hergestellter Wasserstoff ist als Kraftstoff in einem Verbrennungsmotor ebenfalls nahezu klimaneutral und verbrennt rückstandsfrei. Neben dem Bus gibt es auch im Eisenbahnverkehr geeignete Einsatzmöglichkeiten – vor allem auf nichtelektrifizierten Strecken. Der VDV begrüßt den Ansatz der Politik, das Potenzial der Wasserstofftechnologie durch eine umfassende Strategie, die auch breite Förderungsmöglichkeiten vorsieht, weiter nach vorne zu bringen. Mehr Informationen finden Sie in der VDV-Presseinformation zur Nationalen Wasserstoffstrategie.

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